Schreibtipps - Charaktere: Der Gegenspieler
3.8. Der Gegenspieler
Ich nenne den Charakter hier mit Absicht Gegenspieler und nicht der Bösewicht oder so. Für mich ist es einfach der Charakter, der in Opposition zu dem steht, was mein Held tut, will und muss.
Häufig erst der Auslöser für all die Abenteuer meines Helden.
Bei James N. Frey gibt es die Ansicht, dass ein Gegenspieler nichts Uneigennütziges tun oder verlangen dürfe, sonst wäre er kein guter Gegner.
Das sehe ich nicht so.
Die Böswilligkeit eines Gegenspielers kann natürlich vorhanden sein und er kann das letzte Arschloch sein, hinterhältig, eigennützig und egoistisch, er muss es nur nicht.
Man denke mal an Michael Collins, den Gründer der IRA. Er wollte Irland von der Besetzung der Briten befreien und hat mit seiner Organisation doch Schuld, dass man sich in Irland immer noch die Köpfe einhaut.
War er ein Bösewicht?
Oder gar ein Held?
Kommt immer auf den Standpunkt an, den man gewillt ist, einzunehmen. Seine Ziele sind verständlich, vielleicht hat er nicht die richtigen Mittel gewählt?
Ich rede hier aber nicht von ihm, sondern den Gegenspielern, die dem Helden Probleme machen.
Im Großen und Ganzen sollte er angelegt werden wie der Held, außer ein paar Unterschieden.
3.9. Was unterscheidet Freund Gegner von Freund Held?
Man sollte den Gegner wirklich genauso erstellen wie den Helden, mit all seinen kleinen Schwächen und großen Fehlern. Vielleicht auch sympathische Seiten hervorheben.
Einfach die Schritte 3.3. bis 3.6. noch einmal für den Gegner durchgehen.
Das einzige, was ihn natürlich von unserem Helden und seinen Freunden unterscheidet ist, dass er versucht, den Helden zu hindern.
Außerdem neigt er dazu, weniger Skrupel zu haben als unser strahlender Held. Allein deswegen stehen ihm mehr Mittel zur Verfügung, wenn er nicht so sehr an die Gefüge der Moral gebunden ist.
Es kann extrem viel Spaß machen, einen solchen Charakter zu entwickeln, gerade weil man sehr viel mehr Freiheiten hat.
- Der Gegenspieler kann freier in seinen Handlungsweisen sein als der Held. Manchmal fehlt ihm die moralische Dimension völlig oder hat sich total verschoben
- Häufig ist auch der Gegner intelligent und besitzt außergewöhnliche Fähigkeiten, die er aber nicht unbedingt zum Guten einsetzt.
- Meistens hat ein Gegner seine Helfer, welche die Drecksarbeit für ihn erledigen
- Der Gegner kann auch etwas körperloses, unsichtbares sein, wie ein polititisches System oder eine Naturkatastrophe
- Der Gegner ist weniger leicht zu erschüttern als der Held in seinem Glauben und seinen Zielen
3.10. Da sind andere außer ihm - die Helferlein
Ein Bösewicht hat meistens Helfer. Sie umschwärmen ihn wie Motten das Licht, manchmal bösartiger als er selbst, aber wesentlich weniger intelligent und interessant. Nicht immer, aber doch sehr häufig.
Sie machen alles, wofür der Gegner keine Zeit hat oder sich zu fein ist. Häufig hat unser Held zuerst mit diesen kleinen Gegnern zu tun.
Bei Unheimlicher Gefährte ist es Gerrit Klinge oder der Italiener, der Sidonies Schwester entführt hat. Beide sterben, nicht einmal durch die Hand des Helden hier. Und zu allem Überfluss hat Klinge auch noch gegen seinen obersten Boss geplottet - hier sind also Intrigen zu Hauf zu finden.
Helferlein stehen nicht immer unbedingt hinter ihrem Meister. Sie sind manchmal nur bezahlte Söldner oder haben eigene Ziele, die sich zufällig mit denen des Gegenspieler verbinden lassen.
Doch sie sind wichtig, weil der Held sich sehr häufig an ihnen schon mal beweisen kann, oder sie als Informationsquelle braucht.
3.11. Cave oppositionem! [Warnung vor dem Gegenspieler!]
Egal wie gerne man den Gegner seines Helden mag, und das können echt tolle Charas sein, man denke nur an die Final Fantasy Spiele, da sind die Bösen die Stars, aber man darf nicht vergessen, dass sie dennoch der Unsympath für den Leser sind.
Man sollte versuchen, keinen zu großen Identifikationsfaktor einzubringen, es sei denn, der Held erkennt später, dass sein Gegner nicht sein Feind ist.
3.12. Hilfsmittel
Die sind die gleichen wie beim Helden. Man muss seinen Figuren nur die richtigen Fragen stellen.
Das war kurz? Ja, das liegt daran, das man alle Charaktere anhand des Vorgehens beim Held erschafft, aber nur je nach Wichtigkeit ausbaut und Details hinzufügt.
So nun, der Held steht auch nicht alleine da, zumindest nicht immer. Und wo bleibt hier auch die Romantik? Solange sich der Held nicht in den Gegner oder einen der Helfer verguckt, haben wir noch gar kein Herzschmerzpotential! Das kann nicht so bleiben.
3.13. Die Geschichte bevölkern oder auch Gesellschaft für den Helden
| Kommentare |
|
|
!joomlacomment 4.0 Copyright (C) 2009 Compojoom.com . All rights reserved."
| < Zurück | Weiter > |
|---|


