Schreibtipps - Charaktere: Der Held
3. Charaktere oder Charakterschweine - wie schaffe ich Charaktere?
Das hier ist das Kapitel über meine Religion.
Charaktere haben für mich oberste Priorität beim Schreiben. Wenn ich merke, dass der Plot und der Charakter kollidieren, ändere ich immer den Plot, niemals den Charakter.
Für mich sind meine Charaktere reale Menschen, wirkliche Personen, die Dir auch auf der Straße begegnen könnten. Manchmal habe ich das Gefühl, sie reden zu mir, erklären mir ihre Welt und ihre Sichtweise der Dinge.
Man schafft einen Menschen mit Fleisch, Blut, Knochen, Herz und Hirn. Und natürlich auch Geist und Gefühlen. Du wirst Gott und eine Mutter zugleich. Soviel Macht ist kribbelnd und wundervoll.
Hier kommt meine Vorgehensweise.
3.1. Was brauche ich für Charaktere?
Nun, nachdem man den groben Plot festgelegt hat, hat man ja schon einen kleinen Eindruck, was für Charaktere man haben muss.
Es können eine Gruppe von Helden sein, oder ein Einzelkämpfer. Vielleicht ist der Gegenspieler ein Mafiaboß oder eine Firma.
Wie auch immer, man braucht Leute, denen das zustößt, was man sich als Handlung ausgedacht hat.
Also, woran denke ich zuerst?
Meistens an den Helden.
3.2. Der Held!
[Ich benutze Held als Neutrum, dahinter steht auch die Heldin oder die Heldengruppe]
Was heißt Held?
Muss das jemand sein wie Siegfried, der dutzendweise Drachen nach Hause schleppt; muskulös, mutig und blond?
Natürlich nicht, auch wenn die Begriffsfindung sicher mal so angefangen hat.
Der Held ist einfach der Protagonist, der den roten Faden abschreiten muss und meistens auch der Hauptsympathieträger des Lesers.
Das macht ihn unendlich wichtig für Schreiber und Leser.
Ich selbst kann Plotlücken und miese Wortwahl verzeihen, wenn mir nur der Held am Herzen liegt.
• Der Held ist der Hauptprotagonist, das bedeutet, dem Schreiber sollte immer klar sein, wie er in jeglicher Situation reagieren würde
• Häufig ist der Held intelligent, besitzt eine gute Kombinationsgabe und ist seinem Gegner geistig überlegen
• Mit dem Helden identifiziert sich der Leser fast immer, darum sollte er immer auch Schwächen haben, dann ist sein Identifizierungs-Potential um so höher
Also brauchen wir einen Freiwilligen für diesen, manchmal sicher nicht ganz einfachen, Job. Na, denn mal los - zeig dich!
3.3. Äußerlichkeiten [Fleisch, Blut, Knochen]
Auch wenn es im Grunde ja auf die inneren Werte ankommt, das Äußere ist auch wichtig. Wenn Du an einen typischen Helden denkst, der Dir gefällt, wie sieht der aus?
Bei Fanfiction hat man je eh schon die Heldenfigur vorgegeben, dann fallen die nächsten Überlegungen flach.
Viele Helden sind attraktiv, auf die eine oder andere Art und Weise. Ob sie nun schön sind, oder einfach nur sardonisch lächeln können und so die Herzen zum Schmelzen bringen - Attraktivität der Charaktere zieht auch den Leser an und macht die Identifizierung leichter. Beim Helden ist dies besonders wichtig, seine Freunde können alles kleine Hutzelmännchen sein.
Nun, ich mache mir in meinen Notizen immer kleine Listen, fast wie beim Rollenspiel, für meine Charas. So sehen die aus:
Haare: blond
Augen: grau
Haut: eher blass
Alter: 17 Jahre
Größe: 164cm
Figur: sehr schlank, fast dürr
Merkmal: Sommersprossen
[genommen aus: Die Safranreiter - Vorarbeiten ]
So, das sind natürlich nur Äußerlichkeiten, aber es vermittelt , was ein anderer Protagonist als ersten Eindruck von meinem jungen, störrischen Sohn einer reichen Kaufmannsfamilie bekommen könnte. Dies ist ein sehr eckiger, junger Mann, dessen Jugend und Unschuld noch durch seine Sommersprossen unterstrichen wird. Da dies auch eine Liebesgeschichte werden soll, habe ich darauf geachtet, dass er seinem potentiellen Geliebten gefallen würde.
Helden-Sonderfälle:
Es gibt natürlich gerade in Science Fiction oder Fantasy auch noch Sonderfälle, in denen der Held vielleicht nicht gerade humaoid ist. Wenn es um mehrere Völker geht, könnte man noch die Kategorie: Rasse oder Volkszugehörigkeit einführen.
Vielleicht ist es ein Mischling?
Dann gehört unter Merkmale was diesen Helden von den anderen unterscheidet.
Also, wenn man einen Charakter entwirft, hat man somit das Fleisch, das Greifbare, das Sichtbare. Einen Körper, hohl und leer, wie eine Marionette, die schlaff an ihren Fäden hängt.
Natürlich legt man mit diesen paar "einfachen" [gar nicht einfach, wie ich manchmal finde] Angaben auch einiges fest, was die unsichtbaren Anteile des Helden und jeden anderen Charakters birgt. So dass, der Leser erste Vermutungen über den Kern unseres Charakters anstellen kann.
Inwiefern?
[Ich bleibe bei dem oberen Bogen.]
• das Alter - wenn ein Charakter sehr jung ist, geht man wohl automatisch von einer geringeren Lebenserfahrung, und somit auch von einer gewissen Naivität, aus.
• Haut - ungebräunt, fahl - ein Stubenhocker oder eine Modeerscheinung?
Es gibt einiges, was man in reine Äußerlichkeiten hineininterpretieren kann, aber man muss dem Leser schon mehr bieten, als reine Vermutungen. Also, zuerst einmal einen Namen, der wie ein Markenzeichen den Charakter so in das Gehirn einbrennt, dass er immer wiedererkannt werden kann.
3.4. Sag' mir wie du heißt!
Man mag es kaum glauben, wie entsetzlich wichtig ein Name für einen Charakter sein kann. Schlimm geradezu! Aber es ist wahr, denn an diesem kleinen Wort hängt mehr als an den meisten anderen in Deiner Geschichte. Ein Name birgt mehr als nur die Abfolge von Buchstaben. Klangfarbe und eventuelle Bedeutungen geben schon einen tieferen Einblick in deinen Charakter als die bloßen Äußerlichkeiten.
Das gilt für alle Charaktere Deiner Geschichte, bis hin zum Haustier.
Das scheint hart, aber denke mal an Deine Lieblingscharaktere aus Büchern, Film und Fernsehen. Wie hießen die? Und wenn ich einen Namen erwähne wie Kermit, wird fast jeder an einen Frosch aus Filz denken.
Namen erwecken Bilder und Gedanken.
Okay, der Held braucht einen Namen - wie ist der ausgerichtet?
Das hängt natürlich erst einmal wieder von Deinem Grundplot mit ab. Spielt deine Geschichte im historischen Rom, wäre ein Name wie Rüdiger eher ungewöhnlich, oder weist auf die Besonderheit dieses Charas hin.
Wichtig ist: was will ich mit diesem Chara und seinem Namen erreichen?
Ein harter Detektiv sollte vielleicht nicht Johann Niemeyer heißen. Was knackiges sollte her. Dafür könnte ich mir unter Johann Niemeyer einen Firmenchef vorstellen.
Bei dem Jungen oben habe ich lange gesucht, zumal die Geschichte auch noch zu Beginn der Renaissance spielt und mittelalterliche Namen nicht unbedingt zu meinen Favoriten zählen. In meinen Nachforschungen hatte ich einen passenden Familiennamen gefunden, Behaim, eine sehr berühmte Kaufmannsfamilie. Seinen Vornamen habe ich dann verzweifelt gesucht und schließlich als Gegensatz zu seinen Kanten einen eher weichen Klang genommen: Nathanael.
Als Tarnung nennt er sich Becker, weil keiner wissen soll, wer er ist: der einzige Sohn dieser berühmten Familie.
Hier zeigt sich gleich, dass Namen häufig untrennbar mit der Figur verwoben sind. Je mehr man in einen Charakter taucht, um so fester wird der Name mit der Person verstrickt. Es kann auch vorkommen, dass plötzlich der Namen nicht mehr angemessen erscheint, dann sollte man ihn ruhig noch einmal ändern.
Namens-Finde-Hilfsmittel:
• Online-Namenslisten
• Namensbücher, die man leihen oder kaufen kann
• Historische Namen
• Andere Bücher, Geschichten
• Filme, Lieder, Künstler
• Ein dickeres Telefonbuch, so etwas sollte vor allem als Nachnamensquelle nie unterschätzt werden.
Und nun? Da steht der attraktive Held, wir haben sogar schon seinen Namen [he he he] aber leider wissen wir gar nicht, was unter der anziehenden Hülle steckt. Ebenso wenig wie unser vertauensvoller Leser.
Wer weiß, vielleicht täuscht die schöne Hülle?
Am Ende ist er nur ein hübsches Charakterschwein?
Deswegen füllen wir ihn schnell mit dem, was einen Helden ausmacht...
3.5. Das Innenleben [Geist, Gefühle, Konflikte]
Auf in des Pudels...äh... Heldens Kern, denn hier entscheidet sich erst, ob es tatsächlich der Held ist. Jetzt heißt es den Leser zu gewinnen, oder abzuhängen.
Was ist dran an einem Helden?
In Siegfrieds Fall war er stark und kämpfte für das Gute, so wie viele, traditionelle Helden. Auch wenn ich nicht sagen möchte, dass diese Sorte von Helden völlig aus der Mode gekommen ist, so muss es heute doch nicht immer der Gute sein, welcher Hauptprotagonist einer Geschichte wird.
Wichtig ist, dass die Leser den erfundenen Helden mögen sollten, auch wenn er ein Massenmörder ist. Das erreicht man meistens durch die Einsicht in das Seelenleben des Charakters, seine Unsicherheiten, Vorlieben, Abneigungen, Ticks und Macken.
Denn, wir alle sind "nur Menschen" und wenn unser Held etwas menschliches vermitteln kann, dann hat er schon viel gewonnen. Wenn er seine Schwächen überwindet, oder eine Stärke daraus macht, dann ist das auch für den Leser wie ein kleiner Sieg. Und das bindet ihn enger an die Geschichte.
So gemein es auch klingt, als Schreiber manipuliert man die Gefühle des Lesers, ob nun bewusst [was besser ist] oder unbewusst [was einem aus der Hand gleiten kann].
So, das im Hinterkopf geht es jetzt wirklich los.
Mein Charakter ist bis jetzt ein leeres Gefäß, von außen hübsch anzusehen, vielleicht steht noch irgendwo ein gekritzelter Name, aber daraus Trinken kann noch keiner.
Wichtig für meine Charaktere sind immer Vergangenheit [Wo kommst du her?], Gegenwart [Wo bist du jetzt?] und geplante Zukunft [Wo willst du hin?].
• Vergangenheit besteht aus:
Umfeld:
-Familie
-Freunde
-Liebespartner
-Schule/Ausbildung/Universität
-Beruf/Firma
-sozialer Status
-Geburtsort/Land/Planet
-Krankheiten
Prägungen:
-schreckliche oder schöne Erlebnisse
-Geschmacksvorlieben
-Abneigungen
-Interessen/Hobbys
-Erziehung [knüpft an Familie und sozialem Status an]
-Religion
-Volks-/Rassenzugehörigkeit [mal wieder extrem wichtig, vor allem wenn man über erfundene Völker und deren fremde Kultur schreibt]
-Sexualität [yepp - auch das kann einen prägen]
• Gegenwart - besteht aus dem, was zum Zeitpunkt der Bestandsaufnahme auf den Helden einwirkt
- eigentlich die gleichen Faktoren, die auch für die Vergangenheit gelten, aber vielleicht anders gewichtet.
Wenn ich einen Helden erschaffe, ist das meistens zu einem Zeitpunkt, an dem eine Veränderung ansteht, also, wo die Vergangenheit, die geplante Zukunft und die wirkliche Zukunft aufeinander treffen und alles ins Chaos stürzt. Das ist für mich die Gegenwart des Charakters: Die Basis für sein Dilemma, sozusagen. Oder, um es mit Spaceballs zu sagen:
"Wann wird das Morgen eigentlich Jetzt?"
"Schon bald."
• Zukunft
Jeder Charakter, den man erschafft, hat irgendwie eine Zukunft vor Augen, eine, die er selbst plant: Die geplante Zukunft.
Ein Schreiber kommt meistens mit seinem Plot und ruiniert eben diese mit der wirklichen Zukunft.
Beispiel:
Nathanel plant, seinen Vater zu beeindrucken, in dem er die erste Ladung Safran von Italien nach Nürnberg bringt. Nun kommen die Störfaktoren:
- ein sehr viel erfahrenerer Gegner
- seine besorgte Schwester Flavia, die seine Pläne nicht gutheißt und ihm einen Mann, der auf ihn aufpassen soll besorgt
- das Wetter, das plötzlich in Winter umschlägt
- Leute, die ihm den Safran klauen wollen
Der Charakter hat nun eine Vergangenheit, die ihn geistig, körperlich und sozial beeinflusst hat, dahin gebracht hat wo er ist und eine wage Idee von seiner Zukunft. Okay, schon mal nicht schlecht.
Motivation:
Das Feuer, in dem wir brennen. Je höher die Flammen lodern, um so heißer wird die Geschichte.
Ziemlich jeder Mensch hat einen Beweggrund für seine Taten.
Einer der meist geschriebenen ist wohl: Liebe. Was wäre die Literatur ohne diesen Antrieb? Nicht nur die romantische Liebe, sondern auch die Liebe zur Familie, dem Land oder seinen Freunden. Dazu kommen andere sehr starke Motivationen:
- Hass
- Rache
- Gier
- Eitelkeit
- Loyalität
- Überlebensdrang
- Wollust
- Neid
- Bosheit
- Abhängikeit
usw.
Klingt zwar wie die Aufzählung der sieben Todsünden, aber gerade die versuchen uns Menschen, ob nun geschrieben oder real, ja doch immer wieder. Das liegt daran, das wir fast alle diese Gefühle in uns kennen. Wenn wir verstehen können, wieso der Held nun gerade in diese, nicht sehr einladende Situation gerät, zum Beispiel weil er sein Herzblatt retten willl aus Liebe, dann zittern wir umso mehr mit ihm. Oder man denke daran, dass Faust einen Pakt mit dem Teufel schloss aus Begehren für Gretchen.
Starke Emotionen machen starke Motive und damit auch zugkräftige Helden.
Innere Konflikte
Um einen Charakter noch reizvoller zu machen, sollte man ihm innere Konflikte mitgeben. Was sollten das für Konflikte sein?
Wir alle sind eigentlich ständig im Konflikt mit uns Selbst.
Ich sitze hier gerade und denke: Ich hätte gern noch einen Kaffee. Aber dafür müsste ich jetzt aufstehen und in die Küche gehen, dabei läuft es gerade so gut. Vielleicht liefe es aber noch besser, wenn ich einen Kaffee hätte. Aber ich möchte gerade nicht aufstehen. Argh!
Die inneren Konflikte der Charaktere sollten allerdings schon etwas tiefgreifender sein, als bloß Faulheit gegen Kaffeesucht.
Woher kommen die Konflikte meines Helden/Chrakters?
Die stärksten Konflkte entstehen aus Verbotenem, Verlangen danach und dem, was der Held als richtig und gut kennt. Das, was verboten ist, definiert sich aber durch einen Moralkodex und natürlich das Gesetz. Auch wenn der Held ein Mafiosi ist, gibt es doch innerhalb der Mafia strenge Gesetze, die er einzuhalten hat.
Ein guter Konflikt lauert immer irgendwo im Helden.
Wunden
Immer gut ist es auch, wenn ein Held Wunden erlitten hat. Damit meine ich keine Kopfplatzwunde oder so, sondern innerliche Wunden, die immer noch schmerzen. Diese geben Tiefe und sorgen für Sympathie beim Leser.
Wie steckt das alles in einem kleinen Chara?
Nehmen wir an, Nathanel reist von zu Hause los, fest entschlossen, seinem Vater zu zeigen, dass er nicht nur kränklicher, unnützer Ballast ist. [Motivation] Er kennt die Safranreiter und deren Route aus dem Geschäft seines Vaters und durch eigene Nachforschungen [er ist inteligent].
Sein Vater, der nur von ihm enttäuscht ist, lauert über allem, was er tut. [Wunde des Charakters]
-Irgendwo in Nathanel ist aber auch der Wunsch, sich von dieser Sehnsucht nach Annerkennung frei zu machen. Konflikt.
-Er reist zu seiner Schwester nach Florenz, von da aus will er zu den Safranfeldern. Keiner darf von seinen Plänen erfahren, aber er brennt darauf, jemandem davon zu erzählen. Konflikt.
Noch mehr?
Noch viel krassere Konflikte macht allerdings Tristan Tellanvor aus Unheimlicher Gefährte durch:
-er hat geschworen, die Menschen zu schützen und ihnen zu helfen, sie aber verhalten sich feindlich ihm gegenüber, so dass er immer wieder in Versuchung kommt, sie mit seinen Kräften zu bestrafen. Das ist ein ewigwährender Konflikt in ihm.
- er liebt seinen besten Freund, der das aber nicht weiß. Immer wieder ist Tristan hin und hergerissen zwischen dieser kostbaren Freundschaft und dem Verlangen, endlich seine Gefühle zu offenbaren. Dabei lebt er in ständiger Angst, Yannik zu verlieren. Ein geradezu klassischer Konflikt.
-Verletzt wurde er durch Yans Ablehnung und durch die Ablehnung der Menschen seiner Person gegenüber.
-Er ist sehr intelligent
-hat übersinnliche Kräfte und kann gut kochen
3.6. Von Außen nach Innen
Äußere Konflikte
Unser Held lebt ja nicht nur in seinem Inneren, von Außen kommt auch ne Menge auf ihn zu.
Streß am Arbeitsplatz oder Streit mit seiner Frau.
Geldsorgen.
Er wird in einen Kampf verwickelt. Ich denke, jeder kennt äußere Konflikte gut.
Manchmal ist ein äußerer Konflikt schuld an einem Inneren und andersherum.
Du: Hä? Was meinst du nun wieder damit?
Na ja, man stelle sich vor, man hat Streit mit seinem Bruder, der einem vorwirft, niemals darauf zu achten, was seine Bedürfnisse sind.
Das ist der äußere Konflikt.
Später, wenn man nicht ein gefühlskalter Bastard ist, sitzt man herum und reflektiert den Vorwurf. Dabei stellt man fest, dass man tatsächlich die ganze Zeit die Bedürfnisse des Bruders eingeschnitten hat. Auf der anderen Seite sieht man nicht ein, warum man seine eigene Freiheit für ihn beschneiden sollte.
Das ist der innere Konflkt.
Konflikte haben eigentlich immer Einfluss auf das Handeln und die Sichtweise des Charakters, egal ob es der Held oder der Kellner ist, der nur einen Satz zu sagen hat.
Puh, war das schon viel bis hierher! Fragen? Bestimmt.
Das Wichtigste ist es, immer daran zu denken, dass man einen Charakter erschafft, der fast ein realer Mensch sein sollte.
Wie finde ich heraus, ob mein Charas zu einem Helden taugt?
Das hängt vom Plot ab. Jeder Plot braucht einen anderen Helden. Wie wäre es, wenn ein Siegfried plötzlich mit den seltsamen Anforderungen von Gute Zeiten Schlechte Zeiten konfrontiert wäre?
Manchmal gibt es auch zwei oder mehr Helden, wie in Unheimlicher Gefährte oder in vielen Fantasyromanen.
3.7. Hilfsmittel für Hauptcharaktere im Allgemeinen
Ich habe immer mal Mittel, um mehr über meine Charas herauszufinden, wenn ich mir nicht sicher bin, wer sie sind.
1. Nikas Schlüsselsatz Phänomen [NSP]
Das mache nur ich, glaube ich zumindest. Also, es geht hier um Sätze, die meine Charas so perfekt definieren, dass ich sie als "Leitsätze" stehen lasse, auch wenn ich diese Sätze innerhalb der Geschichte niemals verwende.
Gerade entstanden bei "Der Weg des Tanzes" ist ein Schlüsselsatz Dialog:
Andraj: Manche Gefühle können deinem Gegner deine Schwächen offenbaren und andere gefährden.
Yash: Und ganz ohne Gefühle ist man so gut wie tot.
Das definiert die beiden recht gut.
Für Tris ist einer seiner Leitsätze:
Ich werde es niemals zulassen, dass er mich zurücklässt. Niemals.
Um wen es hier geht, ist ja klar. Tris will nicht, dass Yan ihn je wieder völlig zurücklässt, also tut er was er kann um das zu verhindern, mit den lesbaren Konsequenzen.
Manchmal sind es auch Zitate aus Songs oder so, aber das sind Schlüsselsätze für meine Charaktere und ihre Beziehungen zu anderen Charakteren., auf die ich immer wieder zurückgreifen kann. In ihren eigenen Worte, ihren eigenen Ansichten.
2. Charaktervorlieben
Wie ein realer Mensch kann auch ein Charakter Sachen lieben oder hassen. Man kann in seinem Namen so einen imaginären Eintrag in ein Freundebuch erstellen.
3. Interview
Man stelle sich vor, man ist ein Reporter und interviewt seinen Charakter.
Nika: Guten Tag, ich bin Nika.
Tris: Guten Tag, ich bin Tristan Tellanvor.
Nika: Darf ich sie duzen?
Tris: Lieber nicht.
Nika: Okay. Was zum Teufel ist eigentlich los mit ihnen. Warum liegen sie in einem Krankenhausbett und machen nichts?
Tris: Ich kann nicht zurück, ich bin gefangen im Echo eines Toten.
Nika: Möchten sie zurückkomen?
Tris: Zum Teufel, ja! Ich kann doch Yan nicht so einfach mit allem allein lassen!
Uhm, ja so ungefähr.
4. Situationen durchspielen, die nichts mit der Geschichte zu tun haben
Das soll heißen, man steckt seinen Chara in einen Supermarkt und läßt ihn einkaufen - was bringt er mit, ist er vergeßlich usw
Oder er fährt in einem Zug, wie verhält er sich? Hört er Musik oder so? Im Kino? Bei einem Überfall?
Wenn man sich sicher sein kann, wie er sich normalerweise verhält, kann man auch langsam sicherer werden, wie es in Extremsituationen sein könnte.
Okay, soweit so gut. Auf zum anderen wichtigen Charakter in der Geschichte - auf zum Gegenspieler.
3.8. Der Gegenspieler und sein Hofstaat
| Kommentare |
|
|
|
!joomlacomment 4.0 Copyright (C) 2009 Compojoom.com . All rights reserved."
| < Zurück | Weiter > |
|---|


