Schreibtipps - Ideen
1. Ideen und wie man daraus Etwas machen kann
Ideen kommen ja meistens von selbst. Manchmal kann man sich überhaupt nicht dagegen wehren, die Ideen überfallen einen einfach und halten einem eine Waffe an den Kopf.
Das gilt für FanFiction genauso wie für Originale.
Selten kommt es vor, dass man eine Idee finden muss, auf jeden Fall im kreativen, selbständigen Schreiben. Falls dem aber dann doch mal der Fall sein sollte, beginne ich mit der Ideenfindung. Alle, die schon von einer Idee besessen sind, können diesen Abschnitt einfach überspringen.
1.1. Ideenfindung
Okay, das habe ich auch schon gemacht, nach einer zündenden Idee gesucht. Meistens für Geschichten, die ich als Geschenke schreiben wollte.
Oder man denkt: Ich habe Lust etwas zu schreiben, aber was?
Ich habe einige Quellen, wo ich Ideen bekomme:
Zeitung
Wirklich wahr. Zum Beispiel für Es ist Weihnachten, keine Angst bekam ich die Idee, als ich in der Zeitung über eine Frau las, die ihre Kinder betäubt und in einem Koffer in einen Fluss geworfen hatte, weil sie ihre beiden Kinder vor den Misshandlungen durch ihren Freund schützen wollte.
Leute
Viele Leute, die man trifft, erzählen einem Dinge, die man zu Geschichten verarbeiten kann. Oder zumindest benutze ich Begegnungen solcher Art häufig um aus diesen Erzählungen und den Menschen Nebenfiguren oder Details meiner Hauptcharaktere zu formen.
Man kann es auch als eine Art Nachforschungen betrachten.
Bücher/Fernsehen/Kino
Klaro, daher kommt ja die gewaltige Masse von FanFiction. Man sieht etwas, manchmal gefällt einem nur die Grundidee oder eine Nebenhandlung, die dann als Grundstock für eine Originalgeschichte dienen können. Oder man möchte gleich die vorgestellten Personen benutzen und schreibt dazu seine eigene Version. Manchmal hilft auch nur die Stimmung eines Films oder eines Buches um die Phantasie in Rotation zu versetzen.
Musik
Oh ja! Das ist eine für mich eine ständige Inspirationsquelle! Ein Lied, bei dem der Text plötzlich zu einem kleinen Stein in meinem Kopf wird, der eine Lawine lostritt. Kennst Du das?
Freunde
Besonders schlimm bei uns im Chat.
jainoh: Ich schenke meinem Mann ein Buch über Piraten zum Geburtstag.
Nika: Piraten? Gibt es dazu eigentlich Slash? Ich meine, das bietet sich doch geradezu an? Viele sonnengebräunte, halbnackte Männer, die isoliert auf dem Meer unterwegs sind...
Und gleich darauf hatte ich eine Idee zu einer Geschichte über einen jungen Maat, der auf ein Schiff voller Piraten kommt, weil er seinen großen Bruder sucht. Ahem, allerdings bleibt diese Geschichte wohl ungeschrieben.
Freunde geben einem häufig auch Tipps oder Schwärmen von irgendetwas. Es ist nur eine Sache des Zuhörens, denke ich.
Challenges
Manche Herausforderungen können auch eine Inspiration sein. Oder das krasse Gegenteil.
1.2. Abklopfen der Idee oder Taugt das was?
Nun, da dämmert eine Idee in Deinem Kopf, aber die ist irgendwie schwammig? Du denkst: Tja da kann man was draus machen, aber ich habe keine Ahnung in welche Richtung das laufen soll.
Oder es deprimiert Dich, dass die Idee schon unendliche Mal aufgegriffen und geschrieben wurde, also kannst Du nicht erkennen, wie sich Deine Geschichte nun von all den anderen unterscheiden sollte.
Nur nicht verzweifeln.
Bei mir neigt eine Idee auch dazu, zuerst irgendwie bruchstückhaft in meinem Kopf aufzutauchen und dort erst einmal nach einer Verbindung zu suchen.
Beispiel:
Beim Lesen der Tageszeitung stoße ich auf einen Artikel über die Serienkiller von Washington, die im Oktober 2002 aus einem Auto heraus Menschen mit einem Gewehr sehr zielgenau erschossen haben. Dort steht, dass der ältere Mann ein 42jähriger Berufssoldat war und sein 17jähriger Komplize total von ihm abhängig.
In meinem Kopf entsteht dieses Bild von dem zwei heimatlosen, als Versager abgestempelten Männern, die zusammen durch die Lande ziehen und irgendwann beschließen, Menschen zu töten.
Interessant, oder nicht?
Daraus könnte eine gute Geschichte werden. Eine Geschichte über emotionale und vielleicht sogar sexuelle Abhängigkeit.
Okay, das ist die nackte Idee.
Nun prüfe ich diese Idee, dazu könnte ich folgendes machen:
- Freunden von dieser Idee erzählen, vielleicht diese Idee diskutieren
Ich stelle immer wieder fest, dass beim Erläutern einer Idee mir selbst immer klarer wird, worum es eigentlich geht. Man fängt an, besser seine Gedankenstrukturen offen zu legen und zu sortieren. Hier wird meistens auch gleich klar, ob diese Geschichte etwas Größeres ist, also richtiges Romanfutter oder eher für eine Kurzgeschichte taugt. -
Clustering
[Cluster ist Englisch und bedeutet so etwas wie Büschel oder Schwarm]
Ich erkläre wie Clustering in der in den Lehrbüchern gelehrten Art funktioniert aber auch, wie ich es selbst anwende.-
Clustering bedeutet nur, dass man seine eigenen Assoziationen zu einem Thema sammelt und ein wenig ordnet.
So habe ich es gelernt:
- Man nimmt ein DIN A4 Blatt und legt es quer vor sich.
- Nun schreibt man das Wort oder Thema in die Mitte [wichtig] und kreist es ein
- Rund um dieses Wort schreibt man nun, was man mit diesem Wort assoziiert und kreist diese Worte ein
- Dann verbindet man die einzelnen Kreise durch Pfeile, so wie man ihre Verbindung zu einander sieht
- Das Ganze soll höchstens 15 Minuten dauern
- Das sieht dann aus wie eine Traube oder ein Büschel, daher der Name
- Diese Sammlung von Gedanken kann dann als Basis für eine Geschichte genommen werden. Die Punkte, die Dir zu dieser Idee wichtig sind, stehen nun auf diesem Papier und vielleicht wird Dir so vieles klarer.
Man soll Anhand dieses Diagramms sogar eine kleine Geschichte schreiben können. Mein erstes Cluster und die daraus folgende Geschichte hat leider jainoh. So richtig anfreunden kann ich mich mit Clustering persönlich allerdings nicht.
Was ich mache:
- Ich sammle meine Ideen auf einem Zettel oder in einem leeren Dokument am Computer. Da sind dann nicht einzelne Begriffe, sondern meistens Bilder, Sätze und kleine Handlungsfetzen.
- Diese sortiere ich dann nach ihren logischen Verlauf, vervollständige sie dabei und habe so eine Art grobes Muster meiner Geschichte.
- Auch hier kann ich gleich wieder feststellen, ob es Material für eine lange oder kurze Geschichte ist. Und ich habe schon einen kleinen Leitfaden für mein Vorgehen später.
An dieser Stelle ist mir meistens klar, ob eine Idee etwas taugt und wohin sie sich entwickelt. Wie geht es Dir jetzt?
Unsicher? Schreib mir, wenn ja!
Ansonsten: weiter!
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