Kleiner Magier
Eine alte Geschichte, die ich auf Papier zu Ende geschrieben hatte, inzwischen aber zum Teil keinen Sinn mehr für mich ergibt. Hier ist das erste Kapitel.
Die Roten, die Grauen und die Weißen
Dargo lehnte an der Balkonbrüstung, sann in den Vormittag hinein und genoß den Duft der Rosen seiner Mutter. Unten, auf dem Innenhof des Schlosses, herrschte rege Geschäftigkeit, denn der ganze Haushalt bereitete sich auf die Rückkehr von Dargos Bruder, Darwon, vor, der nach langen Jahren nun als ausgebildeter Ritter nach Hause zurückkehrte. Genau wie Dargos anderer Bruder, Darmor, waren sie schon als Kinder, als sie gerade alleine Laufen konnten, in die Ausbildung als Ritter gegeben worden, und seither hatte Dargo sie selten zu Gesicht bekommen. Nun wurde also der Empfang für seinen ach-so-tollen ältesten Bruder vorbereitet, während er selbst nicht einmal die zweite Geige spielte. eigentlich bedeutete er für seine Familie nicht viel, als dritter Sohn.
Das war wahrscheinlich der Grund, weshalb sie ihn auf die Magierakademie geschickt hatten, wohin Dargo am nächsten Tag wider zurückkehren sollte. Er besuchte diese Akademie schon ein Jahr und trat nun ins zweite ein, doch schon davor hatte seine Mutter ihm Hauslehrer verschafft, die ihm Latein, Griechisch und die Alte Sprache beigebracht hatten.
Dargo seufzte tief. Obwohl er seinen Bruder kaum kannte, beneidete er ihn. Er fühlte sich zu größerem geboren, zu einem Krieger berufen und nicht zu einem albern aussehenden Mann , mit Zipfelmütze und Zauberstab. Außerdem durfte er seine im letzten Jahr gelernten Sprüche, Beschwörungen und Formeln nicht einmal anwenden, das würde mindestens noch drei weitere Jahre dauern, wie sein Meister und Lehrer Ebirac ihm mit strengem Blick gesagt hatte. Dann eben nicht. Diese dummen Sprüche waren eh nur graueste Theorie, sie konnten kaum etwas Tolles zu stande bringen: ein kleines Feuer, einen Nebel, er konnte in der Theorie einen Hund dazu bringen Männchen zu machen, was er aber mit Hilfe von etwas Dressur auch zu stande brachte. Kurzum, Magie zu erlernen war so ziemlich das Ödeste was er sich vorstellen konnte und dazu noch völlig unnütz. Er erinnerte sich an eine Diskussion mit seiner Mutter:
"Mutter, warum willst du unbedingt, daß ich ein oller Magier werde?"
"Ich wollte immer schon, daß einer meiner Söhne Magier wird. Der Beruf des Magiers ist sehr angesehen. Bei der heutigen Lage auf dem Arbeitsmarkt ist es nur von Vorteil, wenn man eine solide Ausbildung vorweisen kann."
Dargo hatte entnervt geseufzt. Diese Leier hörte er bestimmt schon das zehnte Mal.
"Aber Mutter, ich wurde zum Krieger geboren. Könnte ich nicht lieber ein Krieger werden? Von mir hängt doch eh nichts ab, da die Erbfolge schon bei Darmor aufhört." hatte er erwidert.
"Eines Tages wirst du mir dankbar sein, mein Sohn." hatte seine Mutter die Diskussion beendet.
"Ja, ja, sicher...irgendwann vielleicht..." hatte er vor sich hin gemurmelt und war mit mürrischem Gesicht davongegangen.
Vom Leben enttäuscht, betrachtete er wieder das Treiben auf dem Innenhof.
Wimpel wurden gehißt, Essen im Überfluß zubereitet und ein paar Unterhaltungskünstler in das Programm für den abend eingewiesen. Unwillig den Kopf schüttelnd, kehrte Dargo in sein Zimmer zurück, in dem seine Sachen für die Rückkehr zur Magierakademie schon gepackt waren, der Anblick frustrierte ihn nur noch mehr. Seine Laune offen zu Schau tragend, gesellte er sich zu dem Treiben auf dem Innenhof, während ein alles auf das baldige Auftauchen seines hochgerühmten, tapferen und heißgeliebten Bruders wartete. Sein Vater, Graf Talman VI., machte ein Aufhebens um dessen Ankunft, als ob der König persönlich auf einen Drink oder zwei vorbeischauen würde. Dargo wußte, daß er hingegen seinem Vater gar nichts bedeutete. Meistens vergaß sein Vater, wer er überhaupt war und beschwerte sich, daß Dargo sich nicht ordentlich vorgestellt hätte. Dargo nahm es ihm nicht übel, er fühlte sich ja selber fehl am Platz und deshalb ging er seinem Vater, der im Übrigen auch schon ziemlich alt war, meistens aus dem Weg.
Einer der Männer auf den Wachtürmen kündigte seinen Bruder an und die Tore wurden geöffnet, während die Zugbrücke herunter gelassen wurde. Als sein Bruder einritt, wurde Dargo noch neidischer, als er es sich hatte vorstellen können.
Darwon ritt einen riesigen weißen Hengst, in voller Montur, geschmückt mit dem Familienwappen, seine silberne Rüstung glänzte im Sonnenlicht so, daß Dargo davon ganz geblendet war, der weiße Umhang flatterte heroisch im Wind, so daß ein darauf gesticktes Familienwappen zu erkennen war.
Als Darwon seinen mit einem weißen Federbusch geschmückten Helm abnahm, sah er darunter aus, wie man sich einen Helden nicht heldenhafter vorstellen kann. Blonde Locken umrahmten ein markantes Gesicht, aus dem zwei stahlblaue Augen leuchteten. Voller Elan sprang er von seinem Roß und Dargo konnte die Geschmeidigkeit seiner, durch langes Training geschulten, Bewegungen erkennen und welche Kraft dahinter steckte. Er ließ den Kopf soweit irgendmöglich hängen und versuchte sich ein wenig in der Menge der Leute, die seinen Bruder Willkommen heißen wollten, zu verstecken. Ohne großen Erfolg, denn seine Mutter griff ihn am Ärmel und zog ihn mit zu diesem Bild von einem Mann.
Darwon erkannte seine Mutter und umarmte sie schwungvoll, dann sah er Dargo, der versuchte sich klammheimlich zu verdrücken und rief: "Na, wenn das nicht mein kleiner Bruder Dargo ist!"
Und bevor Dargo auch nur den geringsten Fluchtversuch unternehmen konnte, hatte ihn sein Bruder mit einsernen Griff in seine Arme geschlossen und drückte Dargo an sich. Dargo keuchte und versuchte Luft zu bekommen. Als sich diese Klemme um seine Brust wieder lockerte, schnappte Dargo nach Luft, während Darwon ihn von sich weghielt. "Laß dich mal anschauen, kleiner Bruder. Du willst also Magier werden?" Dargo hob mühsam den Kopf und versuchte sich eine brilliante, intelligente Antwort einfallen zu lassen. "Äh...ja, ich glaube schon." Voll daneben. Darwon grinste breit und gönnerhaft, dann lachte er: "Dann bist du aber ein kleiner Magier, was?" Dargo brachte es nicht fertig, wie die anderen über diese Anspielung auf seine Körpergröße zu lachen. Glücklicherweise ließ sein Bruder ihn auf seine eigenen Füße und Dargo lächelte genervt. "Ja, ja, ich bin nur ein kleiner Magier. Wenn ihr mich jetzt entschuldigen würdet?" knirschte er und drehte allen den Rücken zu, während er zielstrebig in sein Zimmer ging. Wenn sein anderer Bruder genauso war, wie dieser hier, dann blieb ihm wohl nur noch der Freitod, weil er sowieso wie der absolute Versager dastehen würde. Er schnaufte verächtlich, dann warf er sich in seinem Zimmer auf sein Bett und träumte.
Er träumte groß, stattlich und ein richtiger Krieger zu sein, wie immer. Doch er war der typische Anti-Held. Klein, sogar für sein Alter, sein Gesicht war immer noch das eines Kindes, kein Zeichen von Bartwuchs, schmächtig, eher schon mager und mit seinen roten Haaren, Sommersprossen und blaugrünen Augen gab er nicht gerade einen guten Heldentypen ab. Kein Wunder, daß man ihn lieber als Magier sehen wollte, da konnte er sich nicht viel lächerlicher machen, als er eh schon war. Die Feinde würden sich wohl eher totlachen, als von ihm besiegt zu werden, wenn Dargo in einer viel zu großen Rüstung auf einem zu hohen Pferd auf das Schlachtfeld gestolpert käme. Das würde der Familienehre nicht gerade zuträglich sein.
Dargo seufzte noch einmal sehr tief und haßte die Welt. Und es kam ihm vor, als würde die Welt ihn zurückhassen.
Später klopfte es an seiner Tür und er wurde zum Essen gerufen, das in Echt natürlich nur das Gelage zur Ehre seines Bruders war. Unwillig kleidete sich Dargo in die dafür vorgesehene Kleidung und zwang sich zu diesem unwillkommenen Anlaß. Es waren ein Haufen Ehrengäste aus den benachbarten Familien eingeladen worden, alle hörten gespannt Darwons Erzählungen und Anekdoten aus seiner Ausbildung und von seinen Reisen zu. Dargo stellte seine Ohren auf Durchzug und ließ den Applaus und die Trinksprüche auf Darwon einfach an sich vorbeiströmen. Nur ein einziges Mal horchte er auf, als ein paar Männer, die in seiner Nähe saßen, über die Hetzreden der Gneizammer-Priester diskutierten. Der König von Dargos Heimatland, Terland, war Gneizammer Anhänger. Die Gegend, in der Dargo's Familie ihre Graffschaft unter dem König hatte, war eher religionslos. Die Menschen in dieser Gegend, in der Dargo aufgewachsen war, glaubten eher an Ehre und gute Beziehungen als an einen einzigen Gott. Da aber der König dennoch ja Terland repräsentierte, konnten eventuelle religiöse Auseinandersetzungen mit dem Nachbarland Nahrien, das Kwahn anhing, doch zu landesweiten Konsequenzen führen. Vielleicht sogar zum Krieg? Dargo lauschte gespannt. Das war wenigstens ein Thema, das Hand und Fuß hatte. Er mischte sich ein: "Meint Ihr, daß es zum Krieg kommen könnte?" fragte er keinen bestimmten der Männer, die ihn verblüfft anstarrten.
"Du bist der Jüngste von Talmans Söhnen, oder?" faßte der erste sich wieder. "Ja, das bin ich." bestätigte Dargo, und versuchte sich in Geduld zu üben. "Also," fuhr der Mann fort "wir hoffen natürlich, daß wegen eines dummes Religionsstreits kein Krieg geführt wird, aber sicher sein können wir uns nicht." Dargo überlegte kurz "Hofft der König vielleicht durch einen Krieg nach außen die Unabhägigkeitsbestrebungen im Inneren zu unterbinden?" fragte er, denn er hatte die ganze Zeit die Versuche einiger Grafschaften und kleiner Enklaven mitverfolgt, die nicht mit der Steuerpolitik und der Außenpolitik des Königs einverstanden waren und deshalb ernsthafte Absichten, eigene Staaten zu bilden, geäußert hatten. Die Männer sahen sich gegenseitig verwundert an und Dargo entnahm diesen Blicken die typische "Woher kennt dieser Kleine sich damit aus?" Frage. Der eine der Männer räusperte sich: "Vielleicht solltest du dieses Thema lieber Leuten überlassen, die sich damit auskennen, Junge." stotterte er schließlich unsicher und die Männer wandten sich von ihm ab. Dargo dachte, daß das ja mal wieder typisch war. Er wurde eben immer ignoriert oder für unfähig gehalten. Fast schon war er froh, daß er am nächsten Tag zurück in die Magierakademie reisen würde. Dort waren schließlich nur lauter Versager wie er selber. Aber warum hatte seine Mutter dann darauf bestanden, daß er sich mit diesem blöden Politik-Kram beschäftigte? Erst ließ sie ihn immer wieder über Politik mit ihr reden und dann nützte das auch nichts, um seinem völligen Versagen zu entgehen. Endlich hatte er einmal das Gefühl, etwas zu verstehen und dann schien jeder ihn lieber ignorieren zu wollen.
An nächsten Morgen packten die Diener früh seine Sachen auf ein Lastenpferd und er selber bekam sein Norwegerpony gesattelt und gezäumt für die Reise. Als Abschiedskomitee vor seiner Reise war nur seine Mutter gekommen.
"Paß gut auf dich auf, mein Sohn. Lerne soviel du kannst. Ich bin stolz auf dich."
"Da bist du wohl die einzige..." murmelte Dargo und umarmte seine zierliche, hübsche Mutter und vergrub sein Gesicht an ihrer Schulter in ihren roten Locken, die, wie immer, nach Rosen dufteten.
"Leb wohl, Mutter." sagte er dann und schwang sich auf sein Pony. "Leb wohl, mein Sohn und viel Glück!" rief sie ihm hinterher und winkte ihm hinterher.
Die Reiseroute zur Akademie war Dargo schon bestens bekannt. Er wußte, in welchen Gasthäusern er übernachten würde und hatte schon auf seiner Heimreise ein Zimmer für seine erneute Übernachtung reserviert. Als er das erste Gasthaus betrat, fiel ihm gleich auf, das nicht das übliche Publikum dort verkehrte, sondern viele grimmig aussehende Krieger die Tische besetzt hielten, die sonst mit normalen Reisenden bevölkert waren. Sein Zimmer bekam er dennoch.
Die Gespräche im Gastraum drehten sich um die abartigen Praktiken der Gottesverehrung in den Ländern die Kwahn angehörten. Da wurde von Menschen- und vor allen von Kindesopfern gesprochen, die dem hitzköpfigen Gott dargebracht worden sein sollten. Dargo schüttelte den Kopf über diesen Unsinn. Wenn er eins in der Magierakademie gelernt hatte, dann das man niemals auf Gerüchte hören sollte. Er konnte sich gut vorstellen, daß zur gleichen Zeit in Nahrien ein paar Menschen genau dieselben Sachen von den Gneizammer Anhängern behaupteten. Dabei konnte er geradezu die ermahnende Stimme seines Lehrers Ebirac hören "Gebt niemals etwas auf Gerüchte, habt ihr das verstanden? Was zählt sind Fakten, harte Fakten!!". Bei diesem Gedanken lächelte Dargo. Wie konnte ein Mann, dessen Kunst aus dem nicht greifbaren Stoff Magie bestand soviel Wert auf greifbare Fakten legen? Die Stimmung im Wirtsraum des Gasthauses wurde hitziger, als immer mehr Alkohol durch die Venen der Menschen dort floß. Die Reden wurden heftiger:
"Tötet diese Kwahn-Bastarde!" - "Vernichtet ganz Nahrien!" - "Wir werden es diesen Kinderschändern schon zeigen!"
Solche Aussagen gefielen Dargo überhaupt nicht und er begann zu zweifeln, daß es eine gute Idee gewesen war, seine Heimat zu verlassen, gerade als die Gefühle der Menschen nicht besonders friedlich schienen. Er dachte an seine Mutter, die er zueückgelassen hatte. Aber Darwon war ja dort,um sie zu beschützen, wenn das Schloß überfallen werden sollte. Das beruhigte Dargo, als er schließlich, weil er genug von den Hetzreden hatte, zu Bett ging.
Von den Leuten aus der Gaststube war am nächsten Morgen keiner zu sehen, als er wieder aufbrach. Das ganze Land schien zu schweigen. Es waren keine Bauern auf den Feldern und keine Kinder auf den Wiesen zu sehen.
Seltsam, dachte Dargo, so ruhig ist es hier doch sonst nie.
Doch da die Straßen ebenso verlassen waren, kam er schnell voran. Er erreichte das Schloß einer Familie, die mit seiner schon seit langer Zeit befreundet war, und bat dort um Einlaß.
Die Familie war in heller Aufruhr, da eine allgemeine Mobilmachung der Ritter bekannt gegeben worden war, was für sie den Abschied von ihrem ältesten Sohn bedeutete. Dargo fühlte sich fehl am Platze und war froh, als man ihm einfach ein Zimmer zum übernachten zeigte und ihn dann in Ruhe ließ.
O wie beneidete er die jungen Krieger, die nun vom König zu Hilfe gerufen wurden. Warum konnte er kein Held werden? Warum mußte er diese bescheuerte Ausbildung machen? Seufzend begab er sich zu Bett.
Am nächsten Morgen beim Frühstück sah er das sorgenvolle Gesicht der Mutter des Einbrufenen. Sie schien den Beruf ihres Sohnes nun gar nicht zu mögen. Dargo beschloß, ihr etwas Trost zu spenden.
"Beruhigt Euch," begann er "Eurem Sohn wird mit Sicherheit nichts zustoßen.Er wird umgeben sein von anderen tapferen Kriegern, die auf ihn aufpassen."
Die Mutter schenkte ihm ein gequältes Lächeln.
"Danke, das ist nett von dir."
Doch ihr sorgenvolles Gesicht blieb. Als Dargo sich wieder auf den Weg machen wollte, schenkte sie ihm einen einfachen Glücksbringer an einem Band. Das wunderte Dargo zwar, aber er nahm das Geschenk dankend an. Das Amulett war nicht viel wert, aber Dargo fand es recht hübsch und verstaute es in seiner Hüfttasche. Als er, auf seinem Pony sitzend, zurückblickte, sah er einen großen weißen Hengst mit seinem Helden unter Tromptengestöse die Burg verlassen. Sein Abschied war wesentlich beschiedener gewesen. Er war eben kein Held. Aber er war ein Schüler, der pünktlich bei seiner Schule sein mußte. Also beeilte er sich und erreichte die Akademie rechtzeitig.
Das Gebäude der "Akademie für Magieanwendung" sah aus, als hätte er es nie verlassen. Einige seiner Mitschüler sammelten sich am Tor, das seltsamerweise geschlossen war und er gesellte sich dazu.
Mit Grauen mußte er feststellen, daß er kleiner war als alle anderen Schüler, die ihn mit "Na, Kleiner." freundlich herablassend begrüßten.
Es hieß, daß man wuchs, wenn man Magie ausübte.
Darauf hoffte Dargo. Aber an dem Wahrheitsgehalt dieser Behauptung kamen ihm große Zweifel, wenn er an seinen Lehrmeister, Meister Ebirac, dachte, der ein wahrer Zwerg war. Dargo seufzte tief und wandte sich dann, wie alle anderen, dem Schild am Tor der Akademie zu:
"SCHULE AUS KRIEGSGRÜNDEN GESCHLOSSEN -
SCHÜLER BITTE HINTEN LÄUTEN."
Also band Dargo seine beiden Pferde vorne an und folgte den anderen zur hinteren Pforte, die einen geschmacklosen Kontrast zum großartigen und mächtigen Vordertor darstellte. Dort angekommen, läutete einer der schlechtgelaunten Schüler und ein kleiner, hutzeliger Mann öffnete. Die Schüler der Akademie zwängten sich durch die enge Pforte und versammelten sich ihren angestammten Klassenräumen.
Dargos Klassenraum hatte ihm noch nie gefallen. Es muffte dort, außerdem standen ausgestopfte Tiere darin herum, die schon völlig haarlos waren. Andererseits hatte hier immer der Heilkundeunterricht stattgefunden und den hatte Dargo sehr gemocht.
Der große Meister Ebirac, der schon weit über 500 Jahre alt war und dessen Körpergröße seinen Titel lügen strafte, trat vor seine klasse und räusperte sich. Sofort wurde es mucksmäuschenstill. Er haßte die unfähigen Jugendlichen in diesem Raum und er ließ es sie spüren.
Schnell erhoben sich alle und verbeugten sich vor dem Meistermagier.
Ebirac begann zu sprechen, nachdem sich alle wieder gesetzt hatten.
"Der Unterricht wird weitergehen, wenn dieser hrinrissige Glaubenskrieg vorbei ist, was nach meiner Einschätzung in so 30 -50 Jahren sein wird, dann sehen wir uns in alter Frische."
Dargo blieb der Mund offen stehen. 50 Jahre? Hatte dieser kleine Mann gerade 50 Jahre gesagt. Bis dahin war er tot, oder was schlimmeres.
Ein anderer Schüler räusperte sich bedrückt: "Wer kämpft denn eigentlich?"
Ein verächtlicher Blick vom Meister, der es nicht anders von seinen Schülern erwartet hatte.
"Die kreuzdoofen Anhänger von Kwahn gegen die behämmerten Gnizammer-Anhänger. Und das ist natürlich die perfekte Gelegenheit für die dämlichen Siumsi Anhänger, ihrem Krieg gegen jeden und alles fortzuführen."
Sein Blick in die Runde machte allen klar, wie sehr er sie verachtete.
"Jetzt verschwindet endlich!" befahl er.
Murmelnd erhoben sich die Schüler und verließen das Zimmer.
"Teenager...!" murmelte der alte Meister und zog sich in eine andere Dimension zurück.
Dargo suchte sein Piony und versuchte sich über seine Zukunft in den nächsten 30 - 50 Jahren klar zu werden. Soeben hatte seine Ausbildung zu Magier ein abruptes Ende gefunden, aber Magie beherrschte er eigentlich so gut wie gar keine. Um auf eine Kriegerschule zu gehen, war er schon viel zu alt.
Er war halt zu nichts zu gebrauchen, vor allen in Kriegszeiten.
| Kommentare |
|
!joomlacomment 4.0 Copyright (C) 2009 Compojoom.com . All rights reserved."
| < Zurück | Weiter > |
|---|


