Kalte Hunde
Lange Schatten an den Wänden.
Lange Schatten auf dem Boden.
Dazwischen lauert billiges Rotlicht.
Wir reden kein Wort, ich höre ihn an seiner Zigarette ziehen und geräuschvoll ausatmen.
Hier ist es kühl, ohne Radiator.
Nicht, daß es mich stört.
Wir warten, seit einer Stunde ungefähr, es kommt mir länger vor.
Und es ist gefährlich.
Die Gedanken fangen an zu wandern.
Ich zünde mir lieber eine Zigarette an, lasse ein weiteres kleines oranges Licht erglühen, vorsichtigerweise verlasse ich meinen Posten am Fenster.
Er übernimmt für mich, ohne ein Wort, drückt seinen Zigarettenstummel aus.
Dann stellt er sich auf den Beobachtungsposten und sieht hinaus, en Schatten gegen das blinkende Licht der Nebenstraßen.
Ich paffe vor mich hin.
Eigentlich ist mir schlecht vom vielen Rauchen, aber was soll ich sonst tun?
Plötzlich nickt er mir zu.
Ich drücke die Zigarette aus und wir warten angespannt.
Als ob sich die Zeit dehnt und zäh wird.
Dann öffnet sich die Tür und ein gekünsteltes Frauenkichern dringt an mein Ohr.
Das Licht geht an und die beiden Ankömmlinge erstarren wie Rehe vor einem Scheinwerfer.
Sie starren uns an, mit diesen Augen, die wissen, was kommt.
Ich lasse meinen Finger über die Sicherung der Waffe gleiten, alte Gewohnheit, natürlich ist sie entsichert, dann ziehe ich und schieße dem Mann mitten ins Gesicht.
Sein Schädelinhalt wird nach hinten auf die Wand und auf den Flur verteilt.
Die Frau neben ihm schreit auf, doch wird gleich danach von einem zweiten Schuß in ihren Mund aus dem Lauf einer anderen Waffe ruhig gestellt.
Schade eigentlich, sie war hübsch.
Aber, wir leben in einer Männerwelt.
Erstarrt in Traditionen und Hierarchien.
Kein Platz für Frauen,
Ich bin froh, endlich aus diesem Loch herauszukommen.
Ihm geht's wohl genauso, er hetzt zu unserem Wagen.
Gleich müssen wir noch einen Auftrag ausführen.
Er fährt, so ein Glück, dann kann ich mich zurücklehnen.
Ich starre ihn an.
Lange Zeit.
Alles ist so unwirklich.
Ich bin nur hier.
Wir steigen aus.
Ich vergleiche noch einmal die Adresse auf dem Zettel mit der Adresse an der wir sind.
Alles okay.
Ich nicke ihm zu und wir gehen rein.
Vier Leute steht auf dem Zettel.
Kein Problem.
Er nickt mir zu..
Ich nehme rechts und er links.
ich trete die Tür auf und er beginnt die linken beiden mit ein paar Kopfschüssen auszuschalten und noch bevor ich schießen kann, hat er drei getötet.
"Bitte... ich habe zwei Kinder..." fleht die leise Stimme aus dem einzigen Mund, der sich hier noch bewegt. Ich zögere nicht und töte ihn, genau wie er alle getötet hat, wenn man es ihm gesagt hatte.
Kinder.
Dann mach keine.
Das Zimmer ist voller Blut und riecht nach Schwefel.
Die einzigen Dinge, die ich überhaupt noch riechen kann.
Die und den Schweiß auf seiner Haut.
Er schnaubt verächtlich.
"Wie pathetisch..." murrt er.
Dann gehen wir.
Er ruft unseren großen Bruder an und in leiser Stimme erklärt er, daß beide Aufträge erledigt sind, während ich mich auf den Beifahrersitz sinken lasse.
Wir sind alles Brüder.
Eine Familie.
Ich sehe meinen "Bruder" neben mir an.
Vielleicht sind wir Brüder.
Wir unterscheiden uns kaum.
Einheitsanzug, Haare glatt zurückgekämmt, glatt rasiert.
Seine Haut ist ein wenig dunkler als meine
"Wir sollen zu ihm kommen." erklärt er leise.
Immer spricht er so gedämpft. Seltsam.
"Sicher." stimme ich fest zu, wie ein echter Mann.
Wir fahren, Lichter ziehen vorbei und bedeuten nichts.
Komisch wie wenig man empfindet.
Leute zu töten ist einfach.
Man schießt, oder sticht zu.
Dreht ihnen den Hals um, bis es dieses besondere Knacken gibt. Dann sind sie still.
Oder man zieht ihnen die Haut von Gesicht und den Fingerkuppen, um sie unkenntlich zu machen.
Es ist nichts dabei.
Ich empfinde nur Leere.
Manchmal kotzt es mich an.
Aber ich bin nur ein kleines Tier in der Familie.
Ein unterwürfiger Hund.
Ganz unten, geboren um die Drecksarbeit für andere zu machen.
Was großes wird aus mir nie.
Ich beiße vorher ins Gras.
Er sieht es ebenso. Mein Bruder neben mir.
Keiichi.
Wir werden beide nicht zu "Großen Brüdern".
Und erst recht nicht zum Boß.
Einmal habe ich ihn gesehen, unseren Boß.
Ein ältlicher Mann, wenige weiße Haare, schlacksig, zerbrechlich beinahe.
Kein Wunder, daß er Schutz brauchte.
Ich hatte genug für den Tag.
Was trinken und ein wenig Essen, das würde mir gefallen.
Am Treffpunkt werden wir zuerst von unserem "Großen Bruder" empfangen.
"Fahrt zum "Sakura". Wir haben ein bißchen Spaß verdient, oder?"
verkündet er irgendwie emotionslos.
"Verstanden." pariert Keiichi.
Dann fahren wir wieder an.
Den altbekannten Weg, unser Wagen hat einen Stammplatz in der Garage, wir parken und gehen zum Fahrstuhl in einem dieser gewaltigen Paläste aus Beton und Glas.
Nebeneinander starren wir ins Nichts.
Wir haben nichts zu reden.
Frauen haben wir nicht.
Wenn ich sehe, wie sich meine "Brüder" für ihre Familien abstrampeln, nur um sie hinterher als Witwen und Waisen zurückzulassen.
Ich höre sie klagen.
Ich sehe sie lächeln.
Ich mag meine Brüder nicht.
Ein traditionelles Essen wird uns vorgesetzt, in einem ebenso traditionellen Ambiente.
Trotz meines Hungers bringe ich nichts hinunter.
Keiichi nickt mir zu und ich erwidere seine Geste.
Ich entschuldige mich zuerst vom Tisch.
Angelehnt an die Wand neben den Waschbecken in der Herrentoilette warte ich auf ihn, zünde mir eine Zigarette an.
So ein Scheißtag.
Dann kommt er und ich klemme die Kippe zwischen meine Lippen.
Wortlos ziehe ich meine Hose runter und er macht es auch so.
Ich bin heute der Verlierer.
Ich habe nicht meine Opfer erschossen, wie es abgemacht war.
Er hat gewonnen.
Er läßt seine Hand am meinem Hemd hinunter gleiten, darauf bedacht, es nicht zu zerknittern und dann schiebt er seinen Oberschenkel zwischen meine Beine.
Ich öffne sie irgendwie lustlos.
Er dreht mich um, so daß ich mit der Wange an den kühlen Fliesen klebe.
Ich höre wie er, warmes Wasser über seine Hand laufen läßt, wir kommen nicht an unsere üblichen Tuben draußen in unseren Jacken.
Egal.
Dann fühle ich seinen Steifen in mich drücken.
Er stößt einfach zu, ohne Rücksicht, ohne Zögern.
Ficken und Töten machen wir auf gleiche Art.
Mein "Bruder" und ich.
Inzest...
Ich beiße auf den Filter der Zigarette.
Aber es ist nur mein Körper, der schmerzt, einen Moment lang.
Dann fängt er an mich zu ficken, schnell, reißend.
Ich lehne an den kalten Fiesen.
Das Neonlicht macht alles überdeutlich und kühlt alles ab.
Wir beide erlauben uns keine Geräusche, nur ein kleines Keuchen seinerseits und ich beiße auf meiner Zigarette herum, im Takt unserer Körper.
Er sollte sich beeilen, sonst fallen wir auf.
"Schnell!" presse ich hervor, der Geruch vom Schweiß auf seiner Haut überwältigt mich.
Wir legen etwas zu, arbeiten auf einen kleinen Moment der einsamen Seligkeit hin.
Ich spüre den Orgasmus, aber es ist nur mein Köper, der sich hingibt.
Seiner ist auch schnell da.
Wir haben es mal wieder hinter uns.
Einen Moment verharren wir.
Ich schaue nach hinten.
Und sehe sein Gesicht, entspannt, das einzige Mal heute.
Mein Hemd ist ohne Falten, wir haben uns kaum berührt, außer daß wir gerade Sex hatten. Sperma läuft die Wand hinunter, eklig. Nun, es ist vorbei.
Wir kehren zum Essen zurück.
Zuerst ich, dann er.
Beim Saketrinken, denke ich unseren ersten Sex.
Ein Auftrag wie der heute.
Rumsitzen, warten, dann töten.
Er öffnete meine Hose und holte mir einen runter, dann machte ich das auch bei ihm.
Er erlaubte sich kaum ein Geräusch.
Niemals mehr als den nötigen Körperkontakt.
Wir sind schließlich Männer.
Nichts bedeutet etwas, nur der absolute Gehorsam.
Sex ist nur ein Zeitvertreib, wir hatten ihn nun mal miteinander.
Danach erlaubte ich ihm, mich zu ficken, hart, auf dem Futon unseres Opfers.
Niemals haben wir uns geküßt oder solche Schwachheiten.
Es ist die Alternative zu Selbstbefriedigung, nur ein körperlicher Zwang.
Wie auf Klo zu gehen.
Als wir den Mann getötet hatten, haben wir gelacht.
Wir ficken jeden Tag irgendwo, ich nicke auf diese Art und Weise und er nickt dann auch.
Oder andersherum.
Im Auto, im Fahrstuhl.
Auf Toiletten.
Nur ein einziges Mal auf einem Futon.
Wir ficken miteinander, wir töten miteinander.
Beides können wir gut.
Je mehr wir töten, umso häufiger haben wir Lust zu Sex.
Später machten wir ein Spiel daras.
Wer verliert wird gefickt.
Wer weniger Leute erschießt verliert.
Etwas Zögern, verloren.
Manchmal verliert einer von uns absichtlich, aber der andere läßt es sich nie anmerken.
Ich ficke ihn gern, meinen Bruder.
In ihm ist es warm.
Und wenn er mich nimmt, dann ist er warm in mir.
"Hey, Sato. Zeit zu gehen." höre ich die leise Stimme meines Bruders. "Ich fahre dich besser, du hast zuviel getrunken."
Ich verbeuge mich leicht und nicke stumm.
Er raucht am Lenkrad.
Ich sehe ihn an, werde langsam neidisch auf die Zigarette.
In letzter Zeit habe ich manchmal den Drang ihn zu küssen, so doll...
So doll, daß er blutet.
Aber ich bin ein Mann und handle wie ein Mann.
Ich erinnere mich ganz plötzlich...
Ein Tag am Meer.
Wir hatten unseren Auftrag schnell erledigt und Freizeit.
Ohne einander fragen zu müssen, fuhren wir ans Meer.
Wir schwammen und spielten Volleyball.
Sand auf unserer Haut, Sand in meinen Schuhen.
Wärme auf meiner Haut, so stellte ich mir seine Hände auf mir vor.
Der Kuß des Windes...
"Hey, Sato..." vernehme ich wieder leise. "Wir sind da."
Ich muß eingenickt sein.
"Mach's gut." murmle ich, nachdem ich ausgestiegen bin und noch einmal in den Wagen schaue.
Er lächelt kalt.
Er ist gut und kalt.
Ich bin wie mein Bruder.
Dann fährt er weg.
Ein weiteres winziges Apartment, diesmal meines.
Keiner lauert auf mich in der Dunkelheit, dafür bin ich nicht wichtig genug.
Ich werfe mich auf mein Futon, ohne Licht uns starre an die Decke.
Aber eines Tages wird jemand auf mich warten, den Abzug entsichert.
Und ich hoffe, es wird mein Bruder sein.
Er kann töten.
Schnell, kalt.
Vielleicht warte ich auch einmal in seinem überfüllten Apartment auf ihn, in der Dunkelheit vor dem Tod.
Dann kommt er herein und wenn er mich sieht, dann weiß er Bescheid.
Kein Wort wird fallen.
Ich möchte es ihm leicht machen, meinem Bruder, ihn ficken.
Langsam und genüßlich, nicht die schnellen Rein-Raus Dinger, die wir zur Zeit abziehen.
Schließlich sind wir Brüder.
Dann, in der Dunkelheit, wenn er seine kleinen Laute von sich gibt, werde ich ihn küssen.
Ebenfalls lang und süß.
Ihm seinen letzten Atem rauben und seine Kotrolle, bevor ich ihm die Waffe an den Kopf halte.
Dann werde ich warten.
Und wenn er seinen ersten und einzigen Schrei bei einem Samenerguß von sich gegeben hat, dann werde ich ihm über die Wange zart streichen, die Wärme genießen.
Dann werde ich seine Augen schließen, fest schließen.
Und kalt abdrücken
Gehorsam sein.
Wie es mein Bruder auch ist.
Lange Schatten auf dem Boden.
Dazwischen lauert billiges Rotlicht.
Wir reden kein Wort, ich höre ihn an seiner Zigarette ziehen und geräuschvoll ausatmen.
Hier ist es kühl, ohne Radiator.
Nicht, daß es mich stört.
Wir warten, seit einer Stunde ungefähr, es kommt mir länger vor.
Und es ist gefährlich.
Die Gedanken fangen an zu wandern.
Ich zünde mir lieber eine Zigarette an, lasse ein weiteres kleines oranges Licht erglühen, vorsichtigerweise verlasse ich meinen Posten am Fenster.
Er übernimmt für mich, ohne ein Wort, drückt seinen Zigarettenstummel aus.
Dann stellt er sich auf den Beobachtungsposten und sieht hinaus, en Schatten gegen das blinkende Licht der Nebenstraßen.
Ich paffe vor mich hin.
Eigentlich ist mir schlecht vom vielen Rauchen, aber was soll ich sonst tun?
Plötzlich nickt er mir zu.
Ich drücke die Zigarette aus und wir warten angespannt.
Als ob sich die Zeit dehnt und zäh wird.
Dann öffnet sich die Tür und ein gekünsteltes Frauenkichern dringt an mein Ohr.
Das Licht geht an und die beiden Ankömmlinge erstarren wie Rehe vor einem Scheinwerfer.
Sie starren uns an, mit diesen Augen, die wissen, was kommt.
Ich lasse meinen Finger über die Sicherung der Waffe gleiten, alte Gewohnheit, natürlich ist sie entsichert, dann ziehe ich und schieße dem Mann mitten ins Gesicht.
Sein Schädelinhalt wird nach hinten auf die Wand und auf den Flur verteilt.
Die Frau neben ihm schreit auf, doch wird gleich danach von einem zweiten Schuß in ihren Mund aus dem Lauf einer anderen Waffe ruhig gestellt.
Schade eigentlich, sie war hübsch.
Aber, wir leben in einer Männerwelt.
Erstarrt in Traditionen und Hierarchien.
Kein Platz für Frauen,
Ich bin froh, endlich aus diesem Loch herauszukommen.
Ihm geht's wohl genauso, er hetzt zu unserem Wagen.
Gleich müssen wir noch einen Auftrag ausführen.
Er fährt, so ein Glück, dann kann ich mich zurücklehnen.
Ich starre ihn an.
Lange Zeit.
Alles ist so unwirklich.
Ich bin nur hier.
Wir steigen aus.
Ich vergleiche noch einmal die Adresse auf dem Zettel mit der Adresse an der wir sind.
Alles okay.
Ich nicke ihm zu und wir gehen rein.
Vier Leute steht auf dem Zettel.
Kein Problem.
Er nickt mir zu..
Ich nehme rechts und er links.
ich trete die Tür auf und er beginnt die linken beiden mit ein paar Kopfschüssen auszuschalten und noch bevor ich schießen kann, hat er drei getötet.
"Bitte... ich habe zwei Kinder..." fleht die leise Stimme aus dem einzigen Mund, der sich hier noch bewegt. Ich zögere nicht und töte ihn, genau wie er alle getötet hat, wenn man es ihm gesagt hatte.
Kinder.
Dann mach keine.
Das Zimmer ist voller Blut und riecht nach Schwefel.
Die einzigen Dinge, die ich überhaupt noch riechen kann.
Die und den Schweiß auf seiner Haut.
Er schnaubt verächtlich.
"Wie pathetisch..." murrt er.
Dann gehen wir.
Er ruft unseren großen Bruder an und in leiser Stimme erklärt er, daß beide Aufträge erledigt sind, während ich mich auf den Beifahrersitz sinken lasse.
Wir sind alles Brüder.
Eine Familie.
Ich sehe meinen "Bruder" neben mir an.
Vielleicht sind wir Brüder.
Wir unterscheiden uns kaum.
Einheitsanzug, Haare glatt zurückgekämmt, glatt rasiert.
Seine Haut ist ein wenig dunkler als meine
"Wir sollen zu ihm kommen." erklärt er leise.
Immer spricht er so gedämpft. Seltsam.
"Sicher." stimme ich fest zu, wie ein echter Mann.
Wir fahren, Lichter ziehen vorbei und bedeuten nichts.
Komisch wie wenig man empfindet.
Leute zu töten ist einfach.
Man schießt, oder sticht zu.
Dreht ihnen den Hals um, bis es dieses besondere Knacken gibt. Dann sind sie still.
Oder man zieht ihnen die Haut von Gesicht und den Fingerkuppen, um sie unkenntlich zu machen.
Es ist nichts dabei.
Ich empfinde nur Leere.
Manchmal kotzt es mich an.
Aber ich bin nur ein kleines Tier in der Familie.
Ein unterwürfiger Hund.
Ganz unten, geboren um die Drecksarbeit für andere zu machen.
Was großes wird aus mir nie.
Ich beiße vorher ins Gras.
Er sieht es ebenso. Mein Bruder neben mir.
Keiichi.
Wir werden beide nicht zu "Großen Brüdern".
Und erst recht nicht zum Boß.
Einmal habe ich ihn gesehen, unseren Boß.
Ein ältlicher Mann, wenige weiße Haare, schlacksig, zerbrechlich beinahe.
Kein Wunder, daß er Schutz brauchte.
Ich hatte genug für den Tag.
Was trinken und ein wenig Essen, das würde mir gefallen.
Am Treffpunkt werden wir zuerst von unserem "Großen Bruder" empfangen.
"Fahrt zum "Sakura". Wir haben ein bißchen Spaß verdient, oder?"
verkündet er irgendwie emotionslos.
"Verstanden." pariert Keiichi.
Dann fahren wir wieder an.
Den altbekannten Weg, unser Wagen hat einen Stammplatz in der Garage, wir parken und gehen zum Fahrstuhl in einem dieser gewaltigen Paläste aus Beton und Glas.
Nebeneinander starren wir ins Nichts.
Wir haben nichts zu reden.
Frauen haben wir nicht.
Wenn ich sehe, wie sich meine "Brüder" für ihre Familien abstrampeln, nur um sie hinterher als Witwen und Waisen zurückzulassen.
Ich höre sie klagen.
Ich sehe sie lächeln.
Ich mag meine Brüder nicht.
Ein traditionelles Essen wird uns vorgesetzt, in einem ebenso traditionellen Ambiente.
Trotz meines Hungers bringe ich nichts hinunter.
Keiichi nickt mir zu und ich erwidere seine Geste.
Ich entschuldige mich zuerst vom Tisch.
Angelehnt an die Wand neben den Waschbecken in der Herrentoilette warte ich auf ihn, zünde mir eine Zigarette an.
So ein Scheißtag.
Dann kommt er und ich klemme die Kippe zwischen meine Lippen.
Wortlos ziehe ich meine Hose runter und er macht es auch so.
Ich bin heute der Verlierer.
Ich habe nicht meine Opfer erschossen, wie es abgemacht war.
Er hat gewonnen.
Er läßt seine Hand am meinem Hemd hinunter gleiten, darauf bedacht, es nicht zu zerknittern und dann schiebt er seinen Oberschenkel zwischen meine Beine.
Ich öffne sie irgendwie lustlos.
Er dreht mich um, so daß ich mit der Wange an den kühlen Fliesen klebe.
Ich höre wie er, warmes Wasser über seine Hand laufen läßt, wir kommen nicht an unsere üblichen Tuben draußen in unseren Jacken.
Egal.
Dann fühle ich seinen Steifen in mich drücken.
Er stößt einfach zu, ohne Rücksicht, ohne Zögern.
Ficken und Töten machen wir auf gleiche Art.
Mein "Bruder" und ich.
Inzest...
Ich beiße auf den Filter der Zigarette.
Aber es ist nur mein Körper, der schmerzt, einen Moment lang.
Dann fängt er an mich zu ficken, schnell, reißend.
Ich lehne an den kalten Fiesen.
Das Neonlicht macht alles überdeutlich und kühlt alles ab.
Wir beide erlauben uns keine Geräusche, nur ein kleines Keuchen seinerseits und ich beiße auf meiner Zigarette herum, im Takt unserer Körper.
Er sollte sich beeilen, sonst fallen wir auf.
"Schnell!" presse ich hervor, der Geruch vom Schweiß auf seiner Haut überwältigt mich.
Wir legen etwas zu, arbeiten auf einen kleinen Moment der einsamen Seligkeit hin.
Ich spüre den Orgasmus, aber es ist nur mein Köper, der sich hingibt.
Seiner ist auch schnell da.
Wir haben es mal wieder hinter uns.
Einen Moment verharren wir.
Ich schaue nach hinten.
Und sehe sein Gesicht, entspannt, das einzige Mal heute.
Mein Hemd ist ohne Falten, wir haben uns kaum berührt, außer daß wir gerade Sex hatten. Sperma läuft die Wand hinunter, eklig. Nun, es ist vorbei.
Wir kehren zum Essen zurück.
Zuerst ich, dann er.
Beim Saketrinken, denke ich unseren ersten Sex.
Ein Auftrag wie der heute.
Rumsitzen, warten, dann töten.
Er öffnete meine Hose und holte mir einen runter, dann machte ich das auch bei ihm.
Er erlaubte sich kaum ein Geräusch.
Niemals mehr als den nötigen Körperkontakt.
Wir sind schließlich Männer.
Nichts bedeutet etwas, nur der absolute Gehorsam.
Sex ist nur ein Zeitvertreib, wir hatten ihn nun mal miteinander.
Danach erlaubte ich ihm, mich zu ficken, hart, auf dem Futon unseres Opfers.
Niemals haben wir uns geküßt oder solche Schwachheiten.
Es ist die Alternative zu Selbstbefriedigung, nur ein körperlicher Zwang.
Wie auf Klo zu gehen.
Als wir den Mann getötet hatten, haben wir gelacht.
Wir ficken jeden Tag irgendwo, ich nicke auf diese Art und Weise und er nickt dann auch.
Oder andersherum.
Im Auto, im Fahrstuhl.
Auf Toiletten.
Nur ein einziges Mal auf einem Futon.
Wir ficken miteinander, wir töten miteinander.
Beides können wir gut.
Je mehr wir töten, umso häufiger haben wir Lust zu Sex.
Später machten wir ein Spiel daras.
Wer verliert wird gefickt.
Wer weniger Leute erschießt verliert.
Etwas Zögern, verloren.
Manchmal verliert einer von uns absichtlich, aber der andere läßt es sich nie anmerken.
Ich ficke ihn gern, meinen Bruder.
In ihm ist es warm.
Und wenn er mich nimmt, dann ist er warm in mir.
"Hey, Sato. Zeit zu gehen." höre ich die leise Stimme meines Bruders. "Ich fahre dich besser, du hast zuviel getrunken."
Ich verbeuge mich leicht und nicke stumm.
Er raucht am Lenkrad.
Ich sehe ihn an, werde langsam neidisch auf die Zigarette.
In letzter Zeit habe ich manchmal den Drang ihn zu küssen, so doll...
So doll, daß er blutet.
Aber ich bin ein Mann und handle wie ein Mann.
Ich erinnere mich ganz plötzlich...
Ein Tag am Meer.
Wir hatten unseren Auftrag schnell erledigt und Freizeit.
Ohne einander fragen zu müssen, fuhren wir ans Meer.
Wir schwammen und spielten Volleyball.
Sand auf unserer Haut, Sand in meinen Schuhen.
Wärme auf meiner Haut, so stellte ich mir seine Hände auf mir vor.
Der Kuß des Windes...
"Hey, Sato..." vernehme ich wieder leise. "Wir sind da."
Ich muß eingenickt sein.
"Mach's gut." murmle ich, nachdem ich ausgestiegen bin und noch einmal in den Wagen schaue.
Er lächelt kalt.
Er ist gut und kalt.
Ich bin wie mein Bruder.
Dann fährt er weg.
Ein weiteres winziges Apartment, diesmal meines.
Keiner lauert auf mich in der Dunkelheit, dafür bin ich nicht wichtig genug.
Ich werfe mich auf mein Futon, ohne Licht uns starre an die Decke.
Aber eines Tages wird jemand auf mich warten, den Abzug entsichert.
Und ich hoffe, es wird mein Bruder sein.
Er kann töten.
Schnell, kalt.
Vielleicht warte ich auch einmal in seinem überfüllten Apartment auf ihn, in der Dunkelheit vor dem Tod.
Dann kommt er herein und wenn er mich sieht, dann weiß er Bescheid.
Kein Wort wird fallen.
Ich möchte es ihm leicht machen, meinem Bruder, ihn ficken.
Langsam und genüßlich, nicht die schnellen Rein-Raus Dinger, die wir zur Zeit abziehen.
Schließlich sind wir Brüder.
Dann, in der Dunkelheit, wenn er seine kleinen Laute von sich gibt, werde ich ihn küssen.
Ebenfalls lang und süß.
Ihm seinen letzten Atem rauben und seine Kotrolle, bevor ich ihm die Waffe an den Kopf halte.
Dann werde ich warten.
Und wenn er seinen ersten und einzigen Schrei bei einem Samenerguß von sich gegeben hat, dann werde ich ihm über die Wange zart streichen, die Wärme genießen.
Dann werde ich seine Augen schließen, fest schließen.
Und kalt abdrücken
Gehorsam sein.
Wie es mein Bruder auch ist.
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