Zufalls-Zitat

I am standing here like the Little Prince on his small star, holding a flashlight called love to reach you.

[Defining the Distance in Lightyears - Nika]

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    Der Schriftsteller Chester Froud hat eine Schreibblockade. Die Idee seines Freundes lst dabei eine ungewollte Kette von Ereignissen aus.
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    Len ist 19, sieht gut aus, hat Geld und hat einen liebevolle Familie :) Doch was ihm fehlt ist nicht nur sein Augenlicht, sondern auch ein Freund der ihn so liebt wie er ist ... vieleicht findet er in der neuen Stadt endlich seinen Traummann ???

Im Licht der Sonne - Kapitel 1

Die Sonne brannte heiß auf die öde Landschaft, ein trockener heißer Wind schien alle Gedanken zu Staub zu zerkrümeln. Dr. Marc Waters trat aus seinem Zelt und schützte seine Augen vor der
grellen Sonne mit einer Hand. Bald müsste der neue Mitarbeiter seines Ausgrabungsteams ankommen. Er hatte schon viel von diesem Tristan Tellanvor und seiner berühmten Archäologenfamilie gehört.

Die Tellanvor-Großeltern, beide berühmte Ägyptologen und weltbekannte Koryphäen im Gebiet der Interpretation altägyptischer Texte. Seine Mutter ebenfalls Ägyptologin, nun Kuratorin in einem Museum.
Und über diesen Tellanvor selbst hatte er nur gehört, dass er ein Genie sein sollte, denn mit 21 Jahren hatte er bereits zwei Doktortitel. Sei einer, das konnte ja nur ein kleiner, grüner, eingebildeter Bücherwurm sein.. Beinahe noch ein Kind.
Und er musste, als Leiter des Projektes, ausgerechnet diesen Neuen in Empfang nehmen?
Manchmal hasste er seinen Job.

Er hörte schon den Jeep, der seinen zukünftigen Mitarbeiter aus Kairo herbrachte. Es war kein Wetter um durch die Wüste zu ein paar staubigen Ruinen in der Wüste zu fahren. Man sollte besser im Schatten bleiben und vielleicht ein wenig Chai trinken.

Der Jeep hielt kurz vor ihm in einer riesigen Staubwolke. Als der Wagen zu seinem angestammten Parkplatz weiterfuhr, wo alle Fahrzeuge der Ausgräber standen, erschien langsam eine Gestalt aus
dem Staub.
Auch er hielt eine Hand als Schutz über die Augen, in der anderen trug er einen recht bescheidenen Koffer.
Seine Kleidung war schlicht. Nur ein weißes Hemd, das weit fiel und locker in einer militärgrünen Allzweckhose steckte.

"Dr. Waters, nehme ich an?", sagt der Fremde und kam auf ihn zu.
Das Gesicht des neuen Mitarbeiters, sowie seine Haare waren voller Staub von der Fahrt.
"Und Sie sind Dr.Tellanvor?", nahm der ältere Mann an. Der Fremde nickte mit einigem Zutrauen, dann kam der jüngere Mann auf ihn zu und streckte die Hand zur Begrüßung aus. Nun konnte Waters das erste mal einen wirklichen Blick in das Gesicht des Ankömmlings werfen.

Ein Kind? Niemals.

Am meisten war er sofort von den Augen des jüngeren Mannes gefesselt. Sie
leuchteten im umbarmherzigen Licht der ägyptischen Sonne wie pures Gold. Und sie sprachen von Leid und Wissen jenseits seiner Jahre, dabei waren sie undurchdringlich, eben wie das Edelmetall. Unter dem Staub erkannte er ein feingeschnittenes Gesicht mit leicht schräggestellten Augen.
Das junge Genie sah aus, wie ein verstaubter Engel.

Beim Händeschütteln warf er einen Blick auf die Hände des jüngeren Mannes. Lange elegante Finger und ein zerbrechlich wirkendes Handgelenk dahinter.

Er war fasziniert.
Sofort wurde er an seine erste große Liebe erinnert. Einen Jungen aus seiner Schule.
Die gleiche unter Zerbrechlichkeit verborgene Stärke. Verlegen versuchte er diesen Gedanken abzuschütteln.
"Ich werde Ihnen zeigen, wo Sie Quartier beziehen können und dann stelle ich Sie den anderen vor." brachte er schließlich heraus.
"Das klingt gut." meinte der jüngere Mann und folgte ihm.


"Das hier ist Ihr Zelt."
Tristan sah sich um, dann lächelte er
"Genauso habe ich es mir vorgestellt...", befand er mit einem Blick auf das schmale Bett und den alten
Metallschrank, Daneben stand noch eine alte, etwas verbeulte, emaillierte Waschschüssel.
"Duschen müssen Sie draußen", fuhr der Projektleiter fort.
nickte. Er war nicht gekommen, um im Luxus zu leben.
Er war gekommen, um zu vergessen.

Zu vergessen war nicht einfach. Es erforderte Willen und Ignoranz.
Ignoranz gegenüber den Erinnerungen, die immer wieder auftauchten, ihn fühlen ließen, was genau er verloren hatte und den Willen, genau das hinter sich zu lassen.

Tristan sah seinen Projektleiter Marc Waters an, der anscheinend darauf wartete, dass Tristan mit seinen Begutachtung des Zeltes fertig war.

Der Mann selbst war braungebrannt, sportlich und vielleicht so 10-15 Jahre älter als er selbst.
Tristan hatte sich vorher kaum darum gekümmert, warum der Mann so starke Gefühle vermittelt hatte, als er Tristan erblickt hatte.
Es war eben einfach so.
Tristan wollte nichts mehr mit Gefühlen zu tun haben. Die verletzten einen, ließen einen blutend und leer zurück, ohne die geringste Rücksicht darauf, dass man jeden Tag ein wenig starb.
Er wollte seine Ruhe vor solchen Schmerz, der immer zu bohrte und nie besser wurde. Distanz, unbestimmte Freundlichkeit, das alles konnte er ertragen und geben, aber keine Nähe mehr.
In diesen Gedanken versunken, bemerkte er gar nicht, dass Dr. Waters ihn etwas gefragt hatte.
"Huh?", erwachte Tristan aus seinen Gedanken.
"Wollen wir weiter?", wiederholte der ältere Mann freundlich und geduldig.
"Ja", stimmte Tristan zu.

Dr.Waters brachte ihn zu einem weiteren, viel größeren Zelt. Innen war alles vollgestellt mit Schrifttafeln, kleineren Skulpturen und Büchern.
Nur inmitten des Chaos war ein Stückchen freie Fläche, die schließlich als Arbeitstisch erkennbar war.
An diesem Tisch saß eine Frau, die sich nicht nach den Eindringlingen umsah.
"Ach, du bist's Marc." begrüßte sie ihren Kollegen, während sie weiter Zeichen auf einer Schrifttafel mit Zeichen, die auf einem verknitterten Stück Papier aufgemalt waren, verglich.
"Ich bringe einen neuen Kollegen mit, Reggie. Das hier ist Tristan Tellanvor."
Nun sah die Frau sich doch um.
"Ein Tellanvor, aus der berühmten Tellanvor Familie?" erkundigte sie sich, dabei drehte sie sich zu ihnen, dann verstummte sie, weil sie Tristan sah. Auch sie wurde geblendet von der Mischung aus unendlicher Traurigkeit und engelhaftem Aussehen.
"Der bin ich. Freut mich Sie kennen zu lernen. Sie können mich Tristan nennen", stellte der goldenäugige Mann sich vor.
"Und ich bin Regina Masterton, aber Sie können mich Reggie nennen." hauchte die Frau.
Sie war eine zähe, kleine Frau, die Lebendigkeit und Tatendrang ausstrahlte. Ihre sonnengeleichten blonden Haare hatte sie zu einem lockeren Pferdeschwanz zusammen gebunden. Auch sie war braungebrannt und wie betäubt reichte sie nun Tristan die Hand.
"Woran arbeiten Sie?", erkundigte sich Tristan, als er keine Antwort erhielt, beugte er sich über Reggis aktuelle Arbeit.
"Ah, eine Tafel mit einer Inschrift aus den unteren Niltälern...", sagte er.
"Nein, nein, die haben wir hier gefunden", widersprach Marc Waters, der die Tafel selbst mir ausgegraben hatte.
"Sie kommt aber nicht hierher, sondern wurde hierher gebracht. Vielleicht von Räubern?", sinnierte Tris. Er betrachtete die Zeichen auf dem Papier und auf der Tafel. Anschließend lächelte er Reggie Masterton freundlich an.
"Eine hervorragende Übersetzung", lobte er. "Ich freue mich schon darauf, mit Ihnen arbeiten zu dürfen."
Reggie sagte nichts und so bedeutete Mark seinem neuen Mitarbeite, dass sie weiter wollten, während Reggie ihm hinterher starrte als sei sie berauscht .

"Wirklich eine hervorragende Übersetzerin", sagte Tristan zu seinem Führer vor dem Zelt, "Ich habe ihre Bücher zu den Interpretationen der Dialekte der unterschiedlichen Städte gelesen."
"Sie haben ihre Bücher gelesen?", fragte Waters verwundert.
Tristan nickte. "Sie haben hier wirklich ein paar der besten auf ihrem Gebiet versammelt, Dr. Waters. Das war einer der Gründe, warum ich unbedingt hierher wollte."
"Ach, nennen Sie mich doch Marc, das tun hier alle."
Tristan nickte wieder. "Schön, dann nennen Sie mich bitte Tristan."
Marc fühlte eine Hochstimmung, die er sich nicht erklären konnte.

Schließlich gelangten die beiden zu weiteren größeren Zelten, eins stellte sich als die Kantine heraus, in der ein alter Ägypter ein strenges Kochregiment führte.
Das andere war das Zelt, in dem auch Tristan seinen Arbeitsplatz als Übersetzer und Assistent hatte. Tristan sah einen alten Mann davor auf einem Stuhl im Schatten sitzen, der sich als alter Bekannter seines Großvaters entpuppte. Der Name des alten Mannes war Samuel Goldstein.
Tristan sah den Mann an und sofort schwirrten Bilder von seinem eigenen Großvater in deinem Kopf herum. Er schloss für einen Augenblick die Augen und versuchte, diese Bilder auszuschließen.
Er liebte seinen Großvater, aber er hatte ihn schwerkrank zurückgelassen. Das schlechte Gewissen deswegen plagte ihn, auch wenn Jost Tellanvor mehr als glücklich darüber gewesen war, dass sein einziger Enkel die stolze Familientradition fortführte.
Tristan streckte seine telepathischen Arme nach seinem Großvater aus - sanft fühlte er dessen Stolz und Schmerz, die ihm beide seine Entfernung von der Heimat verdeutlichten. Dann kehrte er zurück in seinen Körper, während Marc ihn mit wichtigen Informationen versorgt hatte, die alle an ihm vorbei gegangen waren.
"Wie bitte?", fragte Tristan ein wenig verwirrt, als er die greifbaren Gesichter seiner Begleiter erfasste, die ihn erwartungsvoll studierten.
"Ich glaube, du bist müde, was?", erkundigte sich Samuel Goldstein, der ebenfalls einige Zeit mit ihm geredet hatte.
"Bestimmt, das habe ich ganz vergessen", gab Marc zu und klatschte sich mit der Hand gegen die Stirn. "Ruhen Sie sich aus und morgen werden Sie mit Ihrer Arbeit beginnen."
Tristan nickte dankbar und suchte den Weg zurück in sein Zelt. Er wusch sich kurz mit lauwarmen Wasser und als er auf das schmale Bett fiel, war er auch schon fast eingeschlafen.

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