Zufalls-Zitat

"Ich bin deines Wunsches wegen hier." erklang die sanfte Stimme, die aus der Ewigkeit ins Leben kam.
Eine feine Hand berührte seine Wange, zog sein Herz aus seiner Brust, legte es offen.
Dort lag es nun, zitternd im Mondlicht, tanzend in seine Brust, frierend weil es so allein war.
Das Sternenwesen betrachtete es voller Mitleid.

[Greif dir einen fernen Stern - Nika]

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So ein Theater! - Kapitel 13

Teil 13: Antizipieren des Unvermeidlichen?

Shaw schlich in sein Zimmer und sank grußlos auf sein Bett. Brian, der gerade am Computer gearbeitet hatte, blickte zu ihm herüber. Nach einigen Sekunden hob er seine Augenbrauen und fragte ernst: "Okay, was ist passiert?"
"Wolli hat mich angeschnauzt. Wenn ich weiter so spiele, brauche ich gar nicht mehr zur nächsten Probe aufzutauchen."
"Du kennst doch Wolli, das hat er sicher nicht so gemeint. Er hasst es, wenn jemand falsch spielt. Wie oft hat er die schon so etwas gesagt, hm?" Brian wandte seine tiefe, tröstende Stimme an. Allerdings schien diese auf Shaw wenig Wirkung zu haben.
"Dann ist eine Seite meines Cellos gerissen, ich habe die falsche Partitur gespielt und danach bin ich gegen den Türrahmen des Zimmers gerannt..." Shaws Gesicht war ausdruckslos, als ob das alles ihm die Mimik gestohlen hätte.
Tollpatschigkeit war nicht unbedingt Shaws Problem - Unbedachtheit, Ignoranz - ja. Pech - nein.
"Ich konnte mich nicht konzentrieren, stand völlig neben mir. Wie soll ich denn so das Wochenende überleben?"
"Shaw..." Brian setzte sich auf die Bettkante seines Zimmernachbarn und versuchte, Ruhe auszustrahlen. "Das ist nicht das Ende der Welt. Bis zum Wochenende hast du dich sicher wieder gefangen."
Shaw schüttelte den Kopf und kaute auf seiner Unterlippe herum.
"Okay, das ist nicht das tatsächliche Problem, habe ich recht?", folgerte Brian. Ein leichtes Nicken bestätigte das.
"Quinn ist es nicht, denn das nimmt dich nicht so mit. Was ist es dann? Bist du als Regisseur geflogen? Hat Williams noch mehr Mist gebaut, so dass wir nicht Rudern können?"
Shaw schüttelte den Kopf. "Ich..." Er zog den Arm über seine Augen, versteckte sich vor der Welt.
"Ja?"
"Ich habe Des geküsst."
"Was?!!" Brian rutschte fast von der Bettkante. Er sprang auf und starrte seinen Freund an. "Du hast WAS getan?"
Leidend zog Shaw seinen Arm wieder zurück. "Ist einfach so passiert, ohne dass ich es wollte. Was soll ich denn jetzt machen?"
"Was du machen sollst?" Brian war total entgeistert und seine Stimme hatte nichts mehr von der beruhigenden Qualität. "Warum hast du das getan?"
Shaw setzte sich auf, bevor er begann an seiner Bettdecke zu fummeln. "Ich hab' doch schon gesagt, dass ich es nicht so genau weiß."
"Schwachsinn! Das glaubst du doch selbst nicht."
Shaw warf mit seinem Kissen. "Brian, du bist nicht besonders hilfreich!"
"Ich bin...verwirrt!"
"Du bist verwirrt? Meinst du, wie ich mich fühle!" Langsam klang Shaw hysterisch.
"Okay, beruhigen wir uns wieder, einverstanden?"
"Klingt gut."
Brian ließ sich zurück auf Shaws Bett neben seinen Freund fallen. "Nun... Ich dachte, du hast da was mit Quinn am Laufen... Ich meine, erst vor ein paar Tagen hast du sie geküsst, oder nicht?"
Mit einem schweren Seufzer nickte Shaw.
"Wie war es?"
"Ziemlich okay. Ich meine, es war schon gut." Nach einer Gedankenpause fügte er hinzu: "Und: sie hat mich geküsst."
Brian runzelte seine Stirn. "Und bei Des war es andersherum."
"...Ja. Ich...ich weiß gar nicht , wie es geschehen ist. Es ging so schnell. Ich nehme an, dass ich angefangen habe. Ich kann mich nicht erinnern, ob ich gedacht hab: 'Hey, jetzt solltest du aber dringend Des küssen!'."
"Verstehe." Shaw hatte das Gefühl, Brian fühlte sich nicht wohl in seiner Haut. Er drehte sich zu seinem Freund um, versuchte dessen Gedanken zu lesen.
"Wirklich?"
Brian brummelte etwas, was Shaw als. "Besser als du denkst" interpretierte. Danach schwiegen sie eine Weile. Shaw fand es extrem heilsam neben seinem Freund zu liegen. Fast als sickere Brians Kraft in ihn. Das Schweigen zog sich in die Länge, allerdings war es nicht unangenehm, denn so konnte Shaw sich erst einmal ein wenig besinnen, somit seine eigene Lage etwas reflektieren.
Allerdings war er auch froh, als Brian sich zu ihm drehte, seinen Blick einfing, daraufhin ernsthaft festhielt. "Egal, wie ich es betrachte, ich denke, du musst dir zuerst klar werden, warum du das getan hast. Dann erst kann ich dir sagen, was du tun kannst."
Verächtlich verzog Shaw seinen Mund. "Grandios. Und wie soll ich jetzt Des gegenübertreten, hä?"
"Vielleicht entschuldigst du dich?"
"Hab' ich schon. Und ich habe ihm gesagt, dass er es vergessen soll."
"Na, dann ist das doch erst einmal geklärt. Was hat er dazu gesagt?"
"Gar nix. Hab' nicht abgewartet..."
"Oh man, du bist noch schlimmer als ich es immer angenommen habe!" Brian setzte sich auf und rieb sich den Nasenrücken. "Kein Wunder, dass dich nun dein Gewissen plagt. So behandelt man niemanden, den man gerade überraschenderweise geküsst hat, sei es nun dein Freund oder der Laternenpfahl nach einem Saufgelage."
Das brachte Shaw zum Auflachen. "Man, ich war so verwirrt! Außerdem war ich zu spät zur Probe."
"Ausreden, Ausreden!" Mit seinem Zeigefinger rieb sich Brian unter dem Kinn. "Nun, dann bliebt dir nichts anderes als abzuwarten, wie dein Kussopfer reagiert."
Shaw seufzte. Das war ungefähr die Antwort, die er befürchtet hatte.
Ein zynisches Lächeln spielte um Brians Lippen. "Und wie ich Des kenne, könnte das alles sein, von völligem Dementi bis hin zu Sanktionen." Der Schotte erhob sich und wuschelte schnell durch Shaws Haare - im Grunde eine tröstliche Geste, die Shaw aber extrem unkameradschaftlich vorkam. "Viel Glück, Perryman."
Ohne weitere Worte zu verlieren holte Brian seine Jacke und zog sie an. Etwas befremdet runzelte Shaw die Stirn. "Wo willst du denn jetzt noch hin?"
"Fechten."
"Jetzt? Bri, es ist fast sieben..."
"Ich frage Hopkins, der lässt mich sicher in die Halle. Vielleicht solltest du die Zeit nutzen und noch einmal über dich und Des nachdenken, hm?" Brians Mundwinkel verzogen sich zu einem mitleidigen Lächeln, bevor der Schotte das Zimmer verließ. Shaw blieb mit seinen Taten und Gedanken alleine zurück. Er rollte sich zusammen und versuchte seine Motive zu ergründen, dabei war er sich deren immer unsicherer. Obwohl er sich ja schon bei Des entschuldigt hatte, war das ja eher im Vorbeilaufen gewesen. Vielleicht sollte er noch eine etwas längere Entschuldigung hinten dran hängen?
Er seufzte tief und wünschte sich, er würde rauchen, dann hätte er etwas für seine Finger zu tun. Oder, dass er sich betrinken könnte. Aber als Gruppenleiter hatte er dafür gesorgt, dass die gesamte Maddox-Gruppe Alkoholfrei war.
Brian hatte Recht, das war das problematische an der Sache. Langsam stand er wieder auf und suchte das Zimmer nach Denkanstößen oder Ablenkungsmöglichkeiten ab. Dank der spartanischen Einrichtung war von beidem nichts vorhanden.
Wieder fiel Shaw Wollis Ausbruch ein, der auf sein Cellospiel abgezielt hatte. Shaws Vater hatte sich auch immer mit Musik abreagiert und zum Nachdenken gebracht.
Er schlich zurück zum Hauptgebäude und zum Musiksaal. Dort stand noch sein Cello, das er nach der Probe nicht eingepackt hatte, weil er einfach nur noch weg wollte. Er schlug die Seiten mit dem Bogen an, vernahm ihren harmonischen Klang, bevor er sanft die ersten Noten einer freien Improvisation strich. Ebenso sachte näherten sich Erinnerungen, zuerst jene, die mit dem klang eines Cellos zusammenhingen: Sein Vater, der einem vierjährigen Shaw die ersten Griffe zeigte, wie sie zusammen für Shaws Mutter spielten, aber auch, wie er sich langsam vom Berufswunsch des Musikers fortbewegte. Ein melancholischer Ton weckte ihn aus seinen Überlegungen. Überrascht lauschte er seiner eigenen Improvisation, die ihm selbst fremd war. Da klangen Sehnsucht, Einsamkeit und Traurigkeit mit, die er für sich selbst nicht realisiert hatte. Die Musik erlaubte ihm einen tieferen Blick in sich, als er sonst zu schauen wagte. Die Melodie war wundervoll und schmerzlich zugleich, doch er selbst ertrug sie nicht. Nach einem kleinen Schnörkel nahm Shaw die Finger von den Seiten, lehnte sich zurück und starrte an die Decke.
Die Vibrationen des Cellos schienen in seinem Körper nachzuklingen, seine Nerven anzuregen, damit seine Gedanken endlich den engen Kreis, in dem sie sich seit Wochen schon drehten.
Von Außen betrachtete er wie er seine Freunde behandelte, wie er ruderte und Regie führte. Schließlich untersuchte er die Küsse - den von Quinn und den mit Des. Aus seinem Inneren blubberte Angst herauf: Irrational, kalt und schneidend.
Die Angst vor dem Alleinsein und die Befürchtung, die Person zu verlieren, die er als einen Teil seiner unmittelbaren Wohlfühlgemeinschaft und als zweitwichtigste in seinem Leben ansah. Wie es nach der Schule ohne Desmond werden sollte, dass konnte und wollte er sich nicht vorstellen.
Na klasse, dieses Gefühldurcheinander kann ich jetzt gerade auch noch brauchen..., dachte er sarkastisch, bevor er sein Cello liebevoll in den dazugehörigen Kasten platzierte. Immerhin, es scheint doch so zu sein, dass ich mich nicht körperlich von ihm angezogen fühle.
Er hob die Schultern und steckte seine Hände in die Taschen, anschließend lief er zurück zum Byron Haus, da es Draußen kalt war.


Nach einem Blick in sein Zimmer stellte Shaw fest, dass Brian immer noch nicht zurück war. Wie zufällig fiel sein Blick auf Des' Tür und er hielt inne. Vorher war er einfach hineingegangen, um sich über Lehrer zu beschweren oder Nachhilfe zu erhalten, nun aber fühlte er sich, als ob er das Recht dazu verloren hatte. Zumindest, solange er seinem Freund eine genauere Erklärung schuldig blieb. Er schluckte und klopfte an. Allerdings erhielt er keine Antwort.
"Ah, Shaw!" Hinter ihm kam Henry angelaufen. "Suchst du Des?"
Dieser Des-Verehrer war wirklich der allerletzte Mensch, den Shaw sehen wollte. Er zwang ein Grinsen auf seine Lippen. "Jupp."
"Ich soll dir von ihm ausrichten, dass er heute Nacht noch im Medizinischen Zentrum bleibt."
Shaw gab einen neutralen Laut von sich, der nur bedeuten sollte, dass er Henry verstanden hatte.
Der Junge lachte unbeschwert, während Shaw danach war, einfach mit der nächsten Wand zu verschmelzen. Plötzlich ging ihm auf, dass er mit Henry etwas gemeinsam hatte: Sie alle beide hatten Des geküsst. Das machte ihm die überschwängliche Fröhlichkeit seines Gegenübers auch nicht sympathischer.
"Ach ja, außerdem soll ich dir noch sagen: War auch nicht besonders unvergesslich."
Henry hob die Schultern, doch Shaw zuckte zusammen.
"Keine Ahnung, was er damit gemeint hat. Du vielleicht?"
Shaw wisperte: "Ich habe da so einen Verdacht..."
"Ist wohl ein Geheimnis, hm? Auch gut! Wir sehen uns dann morgen!" Eingehüllt in eine strahlende Wolke aus guter Laune, eilte Henry davon, dabei ließ er einen Shaw zurück, hinter dessen Stirn sich Melancholie in leichten Ärger wandelte. "Na gut, dass ist das Thema ja gegessen", murmelte er säuerlich zu sich selbst, bevor er in sein Zimmer ging, die Tür hinter sich zuknallte und keinen weiteren Gedanken an den arroganten Blonden verschwendete.

Nach einer eher unruhigen Nacht - zuerst hatte er auf Brian gewartet, der allerdings nur erschöpft ins Bett gefallen war, dann hatte er auch noch wirr geträumt - hatte Shaw beschlossen, Des einfach zu ignorieren. Wenn der Blonde den Kuss nicht wichtig fand, wozu hatte er sich dann so lange den Kopf zerbrochen?
Er schnappte sich Tee und Toast, setzte sich an ihren Stammplatz und als Des schließlich kam, schaute er demonstrativ nicht auf.
"Guten Morgen", kam Des' kultivierter, kühler Akzent. Shaw nickte nur kurz, sein Blick blieb in den Tiefen des Tee versunken.
Brian hob wissend eine Augenbraue, bevor er den Kopf schüttelte. "Morgen Des. Ich habe gestern noch ein wenig trainiert. Wann können wir mal wieder gegeneinander antreten?"
Desmond öffnete gedankenverloren seinen Joghurt, ehe er antwortete. "Hmm, wie wäre es Sonntag? "Geht klar. Ich wollte noch die Schauspieler aus Shaws Gruppe interviewen. Vielleicht danach?"
Des nickte und schlug seine morgendliche Zeitung auf.
Shaw versuchte so zu tu, als interessiere ihn das Gespräch gar nicht, aber er spürte, wie Brian ihm gegen das Schienbein trat.
"Aua!" Er schenkte Brian einen wutentbrannten Blick, dabei glitten seine Augen fast wie von selbst hinüber zu Des. Wenn er auch einen arroganten Ausdruck erwartet hatte, so sah Des doch genau so scheu aus, wie er sich fühlte. Beide der jungen Männer rückten mit ihren Stühlen etwas nach hinten. Brian stand auf und verließ wortlos den Tisch, nachdem er beide lange angesehen hatte.
"Schönen Tag dann noch", sagte Des neutral, faltete seine Zeitung und verschwand ebenfalls.
Als hätte ihn jemand spontan gehirnamputiert saß Shaw am Tisch und vermochte es nicht, sich zu rühren. Alles, was er befürchtet hatte, war genau in diesem Moment eingetreten. Seine Freunde und Ersatzfamilie hatten ihn sitzen gelassen.

Nach einem Schultag, den er im geistigen Vakuum durchgestanden hatte - wobei seinen Lehrern seine relative Schweigsamkeit gar nicht so aufzufallen schien - schleppte sich Shaw durch die Flure des Hauptgebäudes. Auch beim Mittag hatte er keinen seiner Freunde erspäht, so sehr er auch den großen Esssaal abgesucht hatte. Alleine zu essen war wirklich eine trübselige Angelegenheit, da einem dann auch noch die nicht gerade brillante Geschmacksqualität des Essens besonders auffiel.
Er bemerkte nicht einmal, wie ihn Raymond Hopkins ansprach. "Hey, Mr.Perryman? Träumen Sie?"
"Hm?"
"Sie sehen nicht gut aus, Shaw. So kenne ich Sie gar nicht, was ist denn los?"
Mit skeptisch zusammengekniffenen Augen betrachtete Shaw Raymond Hopkins. "Nichts."
"Gibt es Spannungen zwischen Ihnen und Ihren beiden Freunden?"
Das verblüffte Shaw. Zuerst stand sein Mund offen, aber dann befeuchtete er seine Lippen und nickte betrübt. "Woher wissen Sie das?"
"Habe Sie heute Mittag im Esssaal nach den Beiden suchen sehen. Liegt es an Visnjic?"
An Mikola hatte Shaw schon gar nicht mehr gedacht, wie er mit Schrecken feststellte. Er schüttelte den Kopf, dabei fragte er sich, ob er dem freundlichen Blick seines Lehrers entkommen konnte.
"Möchten Sie nicht darüber reden?"
"Hmhm."
"Wenn Sie sich anders entscheiden, dann steht meine Tür immer für Sie offen, Shaw. Das meine ich ernst. Denken Sie nicht, dass ich nicht weiß, wie schmerzlich die Entscheidungen sein können., die man vor seinem Abschluss treffen muss Ich war selbst einmal in der Situation. Ich verspreche Ihnen vollkommene Geheimhaltung, okay?"
"Ja... Danke", murmelte Shaw.
"Kein Problem. Manchmal ist es einfacher, sich jemanden anzuvertrauen, der Außen steht. Ansonsten, tun Sie Ihr Bestes, damit sie sich wieder mit Ihren Freunden versöhnen." Damit ließ der Lehrer Shaw stehen, der auf den Boden starrte.
Mit hängenden Schultern kehrte er zum Byron-Haus zurück, dort fand er das Zimmer leer, ganz wie er es erwartet hatte. Mit einem Schnauben warf er seine Sachen aufs Bett, setzte sich an seinen Schreibtisch und holte die Unterlagen für seine Hausaufgaben hervor.
Ich kann genauso eingeschnappt und nachtragend sein wie ihr!, dachte er, Ich kann alleine Lernen und brauche diese ewigen Besserwisser nicht.
Kaum hatte er sich in seine Englischaufgaben vertieft, klopfte es an der Tür. Überrascht rief er: "Herein!"
Everard Williams steckte seinen Kopf herein, dabei grinste er so breit, dass Shaw nichts Gutes schwante. "Perryman, da ist jemand für dich am Telefon. Ist dieses rothaarige Klassemädchen!"
Und sie war es tatsächlich. "Es ist wegen Morgen, Shaw. Ich hatte vor, so gegen Vier da zu sein. Aber wenn du magst, könnten wir uns auch früher treffen und vielleicht noch was zusammen unternehmen?"
Das war definitiv besser als alleine zu sein. "Sicher. Was hattest du denn im Sinn?"
"Lass dich überraschen, okay?"
"Okay."
"Wann bist du denn mit dem Rudern fertig?" Quinn klang wirklich erfreut, dass sie Shaw für sich haben würde.
"Du hast dir gemerkt, dass ich Samstags Rudern habe? Wow, ich bin beeindruckt. Wir sollten gen Eins durch sein." Falls sie überhaupt ruderten. Shaw hatte keine Ahnung, ob Brian seine Ausweichmanöver auch auf die Mannschaft ausweiten würde. Oder auf den Abend. Quinn unterbrach seinen Gedankengang.
"Gut, dann bin ich um Zwei da, passt das?"
"Passt prima."
"Gut, dann bis Morgen!" Nachdem Quinn aufgelegt hatte, bemerkte Shaw erst die anderen Hausbewohner, die ihn neugierig musterten.
"Und?", fragte Everard provozierend.
"Hm?"
"Läuft da was zwischen euch?"
Shaws Grinsen erreichte nicht seine Augen. "Wer weiß..." Dieser vielsagende Satz ließ Raunen aufkommen, dass er einfach ignorierte. Zurück in seinem Zimmer, lehnte er sich von innen gegen die Tür. Auch wenn er an diesem Abend allein war, so konnte er doch am nächsten Tag mit Gesellschaft rechnen. Er brauchte nur diese paar Stunden durchstehen, nur diese Nacht. Und vielleicht die nächste Nacht. Möglicherweise alle Nächte. Er konnte sich daran gewöhnen, oder?
Es konnte doch nicht so schwer sein, alleine zu schlafen, oder sich von seinem Kindheitsfreund zu trennen. So viele Leute schafften es doch auch, warum sollte es bei Shaw Perryman nicht klappen?
"Hättest du ihn bloß nicht geküsst, du Riesenidiot", warf er sich selbst leise vor. Zu spät es rückgängig zu machen. So hatte er die unvermeidliche Trennung vorweg genommen, die am Ende des Internataufenthalts gekommen wäre.
"Vielleicht ist es besser so", versuchte er sich selbst zu versichern, aber er schenkte der wackeligen Stimme kein Vertrauen. Hopkins meinte, er solle sein Bestes versuchen, alles wieder gerade zu biegen. Aber was er auch immer gemacht hatte, irgendwie war alles schief gelaufen.
Schweren Herzens fuhr er mit seinen Hausaufgaben fort. Es war spät, als er endlich müde genug war, dass ihm die Leere des Nachbarbettes nicht mehr bedrohte. Brian war tatsächlich nicht wieder aufgetaucht.

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hg
hg (72.54.56.xxx) 2012-01-12 04:25:48

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