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So ein Theater! - Kapitel 14

Uneingeforderte Liebe

"Love sought is good, but giv'n unsought is better"
from Twelfth Night, Act III, Scene I


Um den neugierigen Blicken im Esssaal zu entkommen, schnappte sich Shaw am nächsten Morgen einfach ein paar Sandwiches und floh nach Draußen, auch wenn es dort kühl und feucht war. Beim Kauen lenkte er seine Gedanken nur auf die Aufgaben des Tages, vor allem auf Quinn und die Schauspieler. Allerdings stand ihm zuerst das Rudertraining bevor, bei dem er zumindest Brian treffen würde. Verdammt, sonst habe ich mich immer aufs Training gefreut, nun will ich gar nicht hin.

Die Mannschaft war auch vollständig versammelt, als er sich schließlich dazu durchgerungen hatte, zu den Bootshäusern zu gehen. Ganz im Gegensatz zu seinen Horrorvorstellungen, schenkte ihm Brian ein freundliches Grinsen. "Hey Shaw, habe schon gar nicht mehr mit dir gerechnet."
"Oh, äh, tut mir leid", stammelte Shaw, dabei fühlte er sich verlegen. Er hatte viele Stunden damit verbracht, seinen ehemaligen besten Freunden zu grollen und nun war seine Taktik ins Wanken geraten. Noch mehr wurde er in seinem Entschluss, Brian einfach zu ignorieren, behindert, als der Schotte einfach zu ihm kam, einen Arm um Shaws Schultern legte und ihn kurz an sich drückte. "Mir tut das mit gestern auch leid, Shaw. ich werde mich aus deinen und Des' Problemen einfach ausklinken. Also, haltet mich da raus. Ihr seid alle beide meine Freunde, und ich will das nicht wegen eures kindischen Gehabes aufgeben."
Wie so oft traf Brian Shaw damit härter als wenn er wütend gewesen wäre. Dass Brian so vernünftig und erwachsen sein konnte, brachte Shaw wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Des und er waren schon seit so vielen Jahren befreundet, das konnte doch nicht einfach so enden. Wenn Shaw so drüber nachdachte, dann fand sogar er sein Verhalten ein wenig absurd. "Anscheinend bist du der einzige von uns, der über seinen eigenen Schatten springen kann."
Brian hob seine Schultern. "Du unterschätzt Des, mein Lieber. Für dich würde er nicht nur über seinen Schatten springen, sondern ihn auch noch erschießen, gerben und vor deinen Kamin legen."
Brians Metapher brachte Shaw zum Schnauben. "So sieht es im Moment nicht aus."
"Ich sag nichts mehr dazu." Brian wandte sich ab und zog seine Ruderhandschuhe an. "Wärmen wir uns lieber auf." Shaw nickte und begann sich zu strecken.
Später, als sie alle im Boot saßen, merkte Shaw, dass er mit leichterem Gemüt ruderte und sich richtig in die Riemen legte. Als Raymond Hopkins ihnen verkündete, dass sie auch gut in der Zeit lägen, hatte er keine Scheu Brian von Hinten freudig zu umarmen. Everard lachte. "Scheint ja alles wieder beim Alten zu sein, nicht wahr?" Weder Brian noch Shaw antworteten, sondern grinsten nur zweideutig, was den Rest der Mannschaft zum Lachen brachte.
"Und ich dachte, da liefe etwas mit diesem heißen Rotschopf. Wenn nicht, dann ist sie doch sicherlich für den Rest zum Jagen freigegeben, hm?"
Shaw löste sich von Brian mit einem Kopfschütteln. "Sie soll noch an meinem Stück mitwirken. Keine Ablenkungen erwünscht."
"Ah, danach ist die Jagd also eröffnet...!", murmelte Ronald Novak, der beim Rudern direkt hinter Shaw im Boot saß.
Shaw schnaubte dazu nur und schüttelte den Kopf. "Na denn, Waidmanns Heil, Novak." Mit einem über alles erhabenen Grinsen drehte er seinen Kopf weg, ließ keinen Raum für weitere Spekulationen.
Nach dem Ende des Trainings ging er zusammen mit Brian unter die Dusche und zum Umziehen.
"Wollen wir noch war zusammen Essen gehen, bevor du dein Regisseur-Wochenende antrittst?", erkundigte sich Brian, während er seine dunklen Haare mit einem Kamm in Form malträtierte. Shaw wollte schon freudig zustimmen, als ihm seine Verabredung mit Quinn wieder einfiel. "Geht nicht, alter Knabe. Ich hab' schon was vor."
Brians Gesichtsausdruck wandelte sich von erstaunt zu nachdenklich. "So so, eine Verabredung. Dann hast du diesen Des-Kuss hinter dir gelassen, was?"
Shaw hörte auf, sich in seinen V-Ausschnitt Pullover zu wühlen und presste seine Lippen zusammen. "Ja, total!", bestätigte er, "Er auch, übrigens. Er meinte, das Ganze sei ja auch nicht besonders unvergesslich gewesen. Also, es gab gar keinen Grund für deine Belehrung, McTierney."
Brian machte ein kleines Geräusch, das weder Zustimmung noch Ablehnung bedeutete, daraufhin zogen sie sich beide schweigend weiter an. Nachdem sie kurz davor waren, verschiedene Wege einzuschlagen, brachte Brian noch einmal die Sprach auf ihre spätere Vereinbarung. "Ich komme dann später vorbei, um deinen Schauspielstars Honig ums Maul zu schmieren."
"Ah, klar. Vielleicht so gen 18.00? Da wollten wir eh eine kleine Pause einlegen fürs Abendessen." Shaw ließ sich von der Begeisterung für den bevorstehenden Tag ablenken, so dass er Brians bissige Betonung überhörte. "Wollen wir uns in der Cafeteria treffen?"
"Klar, machen wir das." Brian schien einzusehen, dass sein Sarkasmus nicht ankam, seine Stimme war betont neutral. "Bis nachher dann." Damit schnappte er seine Sachen und ging.
Shaw zuckte fragend seine Achseln, bevor er einen schnellen Blick auf seine Armbanduhr warf, um seine verbliebene Zeit zu prüfen. Halb zwei, da hatte er es ja gerade geschafft! Mit noch feuchten Haaren lief er zum Tor an der Bushaltestelle, wo er auf Quinn warten wollte.

Noch ehe er es zwei war, kam sie tatsächlich an. Dass Shaw sie an der Haltestelle abholte, erstaunte sie sehr. "Wow, damit hatte ich nicht gerechnet", lachte sie freimütig, nachdem die erste Überraschung abgeklungen war.
Shaw deutete eine Verbeugung an, ganz wie ein Gentleman, und grinste. "Stets zu Diensten, Miss." Das hatte er von Des' Chauffeur abgeguckt, als der sie einmal zu einem Lunch mit Lord und Lady Marchlain gefahren hatte. Auch wenn der Rest des Tages in angespannter, feindlicher Stimmung vergangen war, die Fahrt war ein Erlebnis gewesen. Shaw hatte es auch sehr amüsant gefunden, wie Des errötet war, wenn der Fahrer ihn 'Mylord' nannte. Immerhin war Desmond sehr freundlich geblieben, als er gesagt hatte: "Bitte nennen Sie mich nicht so, Mr. Hobb." Wahrscheinlich ein Zeichen dafür, dass Des den Mann mochte.
Auch Quinns Gesicht färbte sich leicht rötlich, allerdings vor Freude. "Diese Seite kenne ich ja gar nicht an dir", lobte sie.
"Die zeige ich auch nicht jedem...", gestand Shaw, allerdings eher spielerisch, doch Quinns Lächeln vertiefte sich, während ihre Pupillen sich weiteten. Fast ruckartig begann Shaws Herz, einen stärkeren Rhythmus anzuschlagen. Er spürte seinen Puls bis in den Hals, so dass er erst einmal Schlucken musste. "Äh, also...", raunte er, unerwartet heiser. "Was wollen wir denn unternehmen?"
Quinn lachte leise über seinen aufgewühlten Zustand. "Vielleicht zeigst du mir einmal, wo ihr Jungs wohnt?"
"D-das ist leider verboten. Nur Familienangehörige dürfen in unsere Schlafräume."
"Oh, das ist aber schade. Ich wollte immer schon mal sehen, wie man so in einem Internat wohnt."
"Tut mir leid..."
"Na, macht nichts. Gibt es irgendwelche Orte außer dem Theater und der Cafeteria, wo mal als Nicht-Familienangehörige hin darf?"
Shaw überlegte kurz. "Das meiste sind Sportplätze, wenn dich so etwas interessiert."
"Und was sind das für welche?"
"Also, da wären die Bogenschießanlage, die Bootshäuser..."
Quinn unterbrach ihn euphorisch. "Bootshäuser? Das klingt gut, dann kann ich das Boot sehen, mit dem du ruderst, oder?"
"Ühm, ja..." Shaw konnte sich nicht so ganz vorstellen, was an aufgebockten Booten so aufregend sein sollte - der gute Part kam ja erst, wenn sie im Wasser waren - aber aufgrund der Begeisterung seines Gastes nickte er nur verdattert. "Gut, dann gehen wir zu den Booten."
Auf dem Weg dorthin hakte sich Quinn bei ihm ein. Er hatte nicht die geringste Ahnung, wie er darauf reagieren sollte, den Arm einfach wegziehen kam ihm extrem unpassend vor, also ließ er es zu, mit rötlichen Wangen. Dazu kam noch, dass sie ihm erklärte, was sie nach der Schule machen wollte.
"Zuerst mache ich ein dreimonatiges Praktikum am Waverly Theater in der Stadt, bevor ich dann an der London Film School anfange. Meine Familie weiß schon Bescheid und alle unterstützen mich. Wo gehst du nach deinem Abschluss hin?"
"Ühm, St.James", stammelte Shaw schnell, gedanklich hing er noch an der Stelle, wo sein Arm sich an Quinns Körper erwärmte.
Quinn hob anerkennend die Augenbrauen. "Dann stimmt es also, was man sich über euch Harris-Jungs erzählt. Dass ihr alle Beziehungen habt und so an die besten Studienplätze kommt."
"Äh, nun ja..." Shaw hatte das bedrückende Gefühl, bei einer Schummelei ertappt worden zu sein. Es war natürlich wahr, dass sein Vater ein paar Freunde gebeten hatte, gute Worte für seinen Sohn einzulegen. Vielleicht hatte auch Geld eine Rolle gespielt, aber das wollte sein Vater nicht verraten.
Shaw hatte sich keine Gedanken darüber gemacht, wie er an seinen Platz gekommen war. Er hatte ihn, und damit war das Ganze beendet.
"Hey, das macht nichts. Ich bin eh nicht richtig scharf aufs Theater. Filme machen wollte ich schon immer. Früher habe ich Dads kleine 8mm Kamera benutzt, um meine Sachen zu drehen."
"Echt? Ich war oft mit im Theater, wenn mein Dad Orchesterprobe hatte. Schon damals habe ich gedacht, dass ich einer dieser Kerle sein will, die etwas sagen und alle anderen müssen sich danach richten. Die schienen sich mit allen Belangen auszukennen, steckten überall ihre Nasen hinein und dann hatten sie immer das letzte Wort. Das gefiel mir."
"Und deswegen versuchst du nun zu werden wie diese Regisseure?", fragte Quinn neugierig, doch für Shaw klang es wie: 'Darum willst du genau so ein Arschloch werden wie die?'
Wenn er sich an die Zeit erinnerte, in der sein Vater versucht hatte nach dem Tod seiner Frau, die Sorge für einen verstörten Siebenjährigen mit der Arbeit als Dirigent zu vereinbaren, dass fielen ihm zuerst immer dunkle, muffige Theaterflure ein. Samtene, faulige Dunkelheit, in der er wartete. Immerzu wartete - auf das Ende einer Probe, einer Besprechung oder einer Vorstellung. Der Grund war häufig der Mann, der den Ton angab: der Regisseur. Ihm schienen alle zu gehorchen, ob nun murrend oder blind. Mit großen Augen hatte er diese Männer beobachtet. Er hatte genau hingesehen, wie sie die Macht in ihren Händen gehandhabt hatten. Es gab Tyrannen und Demokraten, Patriarchen und Spaßbolde. Am besten gefiel ihm ein Regisseur, der Jeffrey Rhodes hieß, der sehr gleichzeitig subtil und offen gewesen war. Sein Vater hatte sich gut mit diesem Mann angefreundet, so dass Rhodes einer der Regisseure gewesen war, der auch einmal ein Wort mit Shaw gewechselt hatte. Er hatte Shaw Drehbücher gezeigt und erklärt, wie man aus den Worten auf dem Papier etwas zum Sehen, Hören und Fühlen machte. Das hatte Eindruck auf den kleinen Shaw gemacht - völlige Kontrolle im Kleinen in einer Welt, die sich jeder sonstigen Kontrolle zu entziehen schien.
Shaw stellte fest, dass er und Quinn inzwischen am Bootshaus angekommen waren, während er seinen Erinnerungen nachgehangen hatten. Innerlich riss er sich etwas zusammen, räusperte sich, bevor er mit einem Lächeln, welches auch Städteführer zur Schau trugen, die Tür zum Maddox Bootshaus öffnete.
"Das ist also die Attraktion dieses Tages", begann er professionell und zeigte auf die rechte Wand. "Hier auf dieser Seite hängen die Ruder auf den Haken an der Wand. Die zwei Boote, die Maddox zur Zeit benutzt sind hier aufgebockt..." Damit drehte er sich nach Links, wobei er sich allerdings ein wenig lachhaft vorkam. Die Bootshäuser waren nicht auf Komfort und Attraktivität ausgelegt, sie waren relativ staubig und in manchen Ecken wohnten Generationen von Spinnen. Hier ging es ums Rudern, das konnte man erkennen, aber um ein Mädchen zu beeindrucken war das wirklich nicht der richtige Ort. Gerade darum wunderte es Shaw umso mehr, dass es Quinn nicht viel auszumachen schien. Sie sah sich alles aufmerksam an, gerade so, als wäre sie bei Harrods. "Nun ja, es ist halt ein Bootshaus...", gab Shaw zerknirscht zu, worüber sie hell auflachte.
"Das macht mir nichts", erklärte sie sanft, "Denn Boote sind nicht der Grund, warum ich mit dir hierher wollte."
"S-so?"
Quinn nickte, gleich darauf drehte sie sich zu ihm und fasste seine Schultern. "Ich hoffe, das ist dir recht?"
"Ich denke schon..." mutmaßte Shaw lahm. Ja, natürlich war ihm Knutschen und Sex recht! Immerhin war er ein siebzehnjähriger Internatseinwohner, der nicht viel Privatsphäre für seine Bedürfnisse hatte. Er protestierte also nicht, als Quinn ihn entschlossen küsste, sondern beteiligte sich begeistert. Zusammen taumelten sie, verloren im Gerangel von Lippen, Zungen und suchenden Händen, gegen eines der aufgebockten Boote. Der dumpfe Laut riss beide aus ihrer Beschäftigung. Quinn kicherte, während Shaw fröstelte, weil sie Hemd und T-Shirt aus seiner Hose gezerrt hatte, so dass kalte Luft eindringen konnte. Was machte schon so ein wenig Kälte, wenn er sich hoffentlich bald in wohliger Wärme vergraben konnte?
Shaw beantwortete diese Frage für sich, indem er noch einen Kuss begann. Quinn beteiligte sich fröhlich, dabei öffnete sie geschickt Shaws Gürtel, um ihre Finger unter seinen Hosenbund zu schieben, doch als die Kälte nun zu Shaws Gemächt vordrang, zog der sich etwas zurück. Etwas außer Atem lächelte er Quinn an. "Ich weiß, wo wir das hier viel wärmer und bequemer fortsetzen können. Wird dir gefallen, versprochen." Als Antwort lachte Quinn nur. Rasch steckte Shaw sein Hemd zurück in die Hose und zusammen liefen sie zum Hauptgebäude, die vielen Treppen bis zum Dachboden. Etwas enttäuscht sah Quinn sich zwischen den Türen um, erkannte alte Landkarten und Destillierkolben. "Der Dachboden, aha..."
"Nicht das hier, was ich meine ist hier drüben." Shaw öffnete eine Tür im hinteren Bereich. Aus dem Raum wehte der Duft von altem Stoff und lange aufgezehrtem Make-up, eine nostalgische Mischung. Nun doch neugierig spähte Quinn hinein, als Shaw Licht angemacht hatte. Lange Reihen von Plastik geschützten Kleidungsstücken, manchmal lugte bunter Soff oder edler Brokat hervor. Sofort begriff Quinn, wo Shaw sie hingeführt hatte. "Der Kostümfundus!" rief sie freudig und drängte den Raum. Begierig zog sie an einigen der Folien, um die darunter versteckten Kostüme betrachten zu können, bis Shaw hinter sie trat und an den Schultern zu einer Ecke navigierte, in der ein Bett stand, ebenfalls mit Plastik bedeckt.
"Steht hier schon so lange ich mich erinnern kann", erläuterte Shaw, bevor er die Folie lüftete. Gleich darauf entledigte er sich seines dunkelgrauen Mantels, seines Pullovers und wartete, dass Quinn es ihm gleich tat. Sie zögerte einen Moment, doch dann begann sie auch, sich auszuziehen. Tatsächlich war es im Kostümfundus angenehm warm, so dass sie sich gegenseitig ohne Kältegefahr entkleiden konnten. Mit Quinn verschlungen dachte Shaw nicht an etwas anderes, als endlich in ihr zu sein, bis sein Gehirn ihm plötzlich eine Erinnerung vorhielt, als er mit der Zunge Quinns Schulter entlang fuhr. Ihre helle Haut, übersät mit entzückenden Sommersprossen, noch stark gefärbt durch die gerade vergangenen Sommermonate, beschwor in ihm die Vision einer anderen Schulter. Kleine Sommersprossen zwischen den größeren Flecken aus Licht und Schatten, die der Baum warf, unter dem sie saßen. Und Shaw konnte sich nicht losreißen von der Kurve, die der Nacken hin zur mageren Schulter beschrieb, fragte sich, ob die braunen Punkte anders schmeckten als der Rest der Haut. Er konnte sich einfach nicht löse, bis eine kühle Stimme ihn aus seiner Träumerei geholt hatte. "Hey!" Nachdenkliche grüne Augen hatten ihn geprüft und er hatte gelacht.
Mit diesem Bild vor Augen ließ er kurz von Quinns Schulter ab und diese Pause nutzte sie, um schnell in ihrer Tasche nach einem Kondom zu suchen. Sie reichte es Shaw mit einem auffordernden Blick, so aufreizend, dass er endgültig alle Ablenkungen in den Wind schlug, es überstreifte und innerlich erleichtert aufseufzte, als er endlich zur Sache kommen konnte. Verloren in Hitze, Lust und seinem Drang, zum Höhepunkt zu kommen, gab es in diesem Moment nichts anderes.

In seinem sexuellen Rausch hatte Shaw die Zeit aus den Augen verloren, so war es fast eine halbe Stunde zu spät, als er und Quinn im Übungsraum ankamen. Die Schauspieler langweilten sich demonstrativ und schenkten den Beiden abfällige Blicke, welche der allgemeinen Stimmung nicht zuträglich waren. Mit Glückshormonen reichlich versorgt, grinste Shaw versöhnlich. "Tut mir Leid, Leute. Vielleicht sollten wir dann gleich anfangen, oder?"
Mit Murren und weiteren, unfreundlichen Blicken, stellten sich die Schauspieler auf. Sie begannen mit Dialogen zwischen Viola und Orsino, dem Herzog von Illyrien. Zur gleichen Zeit schickte Shaw schon einmal die Angestellten von Olivias Haushalt vor die Tür, damit sie dort schon einmal die Kellerszene probten. In diesen kleineren Räumlichkeiten war es für ihn viel einfacher, Kritik schnell und ruhig anzubringen als im riesigen Theater. Es schien auch, als ob sich die Schauspieler mit der Zeit auch mehr entspannten und somit bessere, konzentrierte Darstellungen liefern konnten. Gegen 18.00 hatten sie die meisten Szenen einmal durchgespielt und Shaw verkündete, dass sie eine Pause machen würden, in der auch die angekündigten Interviews stattfinden sollten. Nachdem sich der hormonelle Wirbelsturm in seinem Körper wieder etwas gelegt hatte, konnte er sich sogar auf die Leistungen der Darsteller konzentrieren. Immer wieder ließ er sich einzelne Passagen neu vorlesen, damit sich alle an den Fluss der Sprache gewöhnten und so einen gemeinsamen Rhythmus finden konnten. Im Großen und Ganzen fand er die Art des Vortrags zu aufgesetzt und unnatürlich, was sicherlich an der altertümlichen Sprache lag. Kurz vor der Pause erhob er sich und schenkte allen ein aufmunterndes Lächeln.
"Hätte Shakespeare heute gelebt, wären seine Texte sicher einfacher zu sprechen. Ich bitte euch deshalb darum, zu verstehen, welche Emotionen hinter den Zeilen stehen. Wenn ihr diese versteht, dann werden die Worte unwichtiger, denn die Stimmung ist da. Ansonsten sehe ich eine große Verbesserung. Ich denke, wir können morgen noch einmal alle Szenen durchspielen, hier unter uns und dann werde ich nächste Woche Mr. Hopkins, Mr. Barnes und Mrs. Foster einladen, damit sie einen Einblick in unsere Fortschritte bekommen. So - damit beginnt die Pause, sie geht bis halb Sieben. Denkt an die Interviews mit Brian." Damit ging er zur Tür um Brian herein zu lassen, doch zu seiner Überraschung stand dort nicht sein Zimmerkollege, sondern Neal Lowry, der ebenfalls bei der Schulzeitung arbeitete.
"Hüh? Wo ist denn Brian?", fragte Shaw verdutzt.
"Ist ihm was ganz Dringendes dazwischen gekommen, meinte er. Ich springe für ihn ein. Keine Sorge, er hat mir seinen Fragenkatalog und alles mitgegeben." Neal hob vielsagend die Schultern.
"Etwas ganz Dringendes?", fragte Shaw verblüfft. "Was kann das denn sein?"
"Keine Ahnung, aber ist sicher wahr. Gern hat er diese Sache nicht an mich abgegeben, das hat man gesehen."
"Weißt du, wo er ist?" Shaw hatte kein gutes Gefühl. Die gesamte euphorisierende Wirkung des Orgasmus war neutralisiert und wurde durch eine kalte Stimme ersetzt, die ihm zuflüsterte, dass er Brian vernachlässigt hatte.
"Nö, er hat mich im Büro der Schulzeitung aufgesucht. Wirkte so eigentlich ganz normal, aber ich wusste, dass da was nicht stimmt, als er mir seine Interviews abgetreten hat."
"Allerdings...", stimmte Shaw leise zu und warf einen Blick auf die Gruppe von Schauspielern, die ihn erwartungsvoll betrachteten. Shaw schluckte, dann wandte er sich mit einem aufgesetzten Lächeln an alle. "Brian ist verhindert, deshalb wird Neal hier eure Interviews machen, okay?" Neal tippte dazu grüßend zwei Finger an seine Stirn.
"Ihr werdet die ganz große Story im 'Arrow and Target' ", erklärte der Brian-Ersatz gutmütig und schmeichelte so sämtlichen, aufgeblasenen Egos. Natürlich war Melanie die erste, die sich zu Neal drängte und ihm schöne Augen machte, begierig darauf, ihren Namen heraus gehoben zu sehen.
Shaw beobachtete die Schlange vor dem armen, überforderten Reporter und die restlichen Leute, die entweder plauderten oder zur Cafeteria schlenderten. Keiner schenkte ihm Aufmerksamkeit, eine gute Gelegenheit also, sich davon zu stehlen und nach Brian zu suchen. Er drückte sich möglichst unauffällig in Richtung Tür, aber eines hatte er nicht bedacht: Quinn.
"Wo willst du denn hin, Shaw?", fragte sie süß, ergriff seine Hand, um ihn zu halten.
"Mal eben raus", druckste er herum. Verdammt, wenn sie dabei war, konnte er nicht ins Byron-Haus.
"Klingt gut, ich komme mit!" Erfreut zog sie ihn aus dem Raum, um die nächste Ecke und noch bevor er sich fragen konnte, wohin sie eigentlich wollten, hatte sie ihre Lippen schon gegen seine gepresst. Ebenso überrascht wie hilflos, schob er sie weg. "Das meinte ich nicht", brummte er, gedanklich war er schon halb über dem Platz und konnte das Byron schon sehen. "Ich wollte wirklich vor die Tür."
"Vorhin haben wir Hals über Kopf das Bett verlassen, ich möchte nur ein wenig nachholen, wofür wir keine Zeit hatten." Entschossen küsste sie ihn wieder, während Shaw daran dachte, dass ihm die Zeit davonlief, die er hatte nutzen wollen, um Brian zu finden.
Vorsichtig, bemüht ihre Gefühle nicht zu verletzen, schob er sie wieder weg. "Vielleicht sollten wir das Morgen nachholen? Mir ging es wirklich um frische Luft nach der ganzen Zeit in den stickigen..."
Aus dem Hintergrund ertönte Neals Stimme: "Shaw, bist du noch hier? Wir brauchen dich mal eben!"
Erleichtert, weil er Quinn loslassen konnte und genervt, weil er so auch nicht wegkommen würde, antwortete er: "Jepp, komme!"
Neal hatte noch ein paar Fragen über die Besetzung und die Idee, das Stück in der gegenwärtigen Wirtschaft spielen zu lassen. Zuerst schien Quinn sauer, dass ihr Techtelmechtel unterbrochen worden war, aber als Shaw ihr den Teil mit der Beschreibung der Idee überließ, vergaß sie ihren Groll. Begeistert erklärte sie Neal, wie sie daran gedacht hatte, einem alten Stück einen aktuellen Bezug zu geben. Shaw sah darin seine Chance zu entkommen.
Er glitt aus dem Raum, die Treppen hinunter, aber schon an der Tür kamen ihm seine eigenen Schauspieler entgegen.
"Hey Boss, wo willst du denn hin? Es ist gleich halb Sieben und hast du nicht gesagt, dann wäre die Pause zu Ende?" Jeremy amüsierte sich deutlich über den nervösen Regisseur.
"Schon? Verdammt!" Er drehte um und folgte den anderen. Es blieb ihm noch der späte Abend um seinen Freund zu finden. Doch auch dieser Gedanke beruhigte ihn nicht, sondern während der nächsten Vorträge und Szenen war er unkonzentriert, seine Gedanken schweiften ab, so dass er froh war, als es neun wurde und somit die Zeit ablief, die er von Hopkins für den Raum bekommen hatte. Zudem fuhren nun auch die letzten Busse in die Stadt, so dass die St-Anthony Schüler schnell zur Haltestelle mussten. Im Grunde wollte Shaw natürlich schnell zum Wohnhaus, doch Quinn griff einfach seine Hand und zerrte ihn mit. Er verabschiedete sich von allen Nottinghamern mit einem neutralen Winken, dabei hoffte er, dass Quinn so mit ihren Freundinnen beschäftigt wäre, dass sie nicht auf einer langen Verabschiedungszeremonie bestünde.
"Morgen sehen wir uns ja wieder", beschwichtigte er. Sie schenkte ihm ein anzügliches Lächeln. "Das will ich doch hoffen." Zum Glück verzichtete sie auf Küsse und Umarmungen, sondern stieg einfach in den Bus. Alles, was sie sich erlaubte, war ein Winken. Ihre Zurückhaltung rührte Shaw, doch sobald der Bus außer Sichtweite war, stürmte er los. Er rannte zum Wohnhaus und nahm zwei Treppenstufen auf einmal, um schließlich atemlos in seinem Zimmer anzukommen. Es war leer. Verdächtig leer, sogar.
Einer Eingebung folgend, machte er Brians Kleiderschrank auf. Die Kleidung war ebenso nicht vorhanden wie ihr Besitzer. Erschöpft sank Shaw auf sein Bett und starrte in den offenen Schrank. Durch seine Zimmertür, die er in der Eile ebenfalls hatte speerangelweit offen stehen lassen, hörte er auf dem Flur einen bekannten Gang. Sicher, strickt und dennoch leicht.
"Des!" Shaw fuhr beim heiseren Klang seiner eigenen Stimme zusammen. Schnell erhob er sich und lief raus, hin zu diesem vertrauten Klang. "Des!", rief er.
Ein ungläubiges Staunen erschien auf Desmonds Gesicht. "Shaw?!" Er hielt ein. Nichts war noch von der morgendlichen Arroganz in ihm, sondern er war ganz und gar besorgter Freund.
"Irgendetwas ist mit Brian! Er hat Neal seine Interviews überlassen und alle Sachen sind aus seinem Schrank verschwunden!"
Schnell lief Des in das Zimmer um sich selbst zu vergewissern, aber als er den Schrank sah, schüttelte er den Kopf.
"Was sollen wir tun?", fragte Shaw, normalerweise der Führer ihrer Dreiergruppe, aber in Notsituationen immer von Des' kühlem Kopf oder Brians sozialer Intelligenz abhängig.
"Zuerst rufen wir bei seiner Familie an, danach sehen wir weiter."
"Gute Idee!", stimmte Shaw zu. Ungeduldig sah Shaw kurze Zeit später zu wie sein Freund die lange Nummer wählte und darauf wartete, dass sich jemand bei Brian zu Hause meldete. Lange Zeit wartete er, bis Desmond seine Schultern hochzog. "Es meldet sich keiner", bestätigte er Shaws Befürchtung.
Shaw seufzte tief. "In solchen Momenten wünschte ich wirklich, Brian hätte ein verschissenes Handy."
Des lächelte schmal. "Wir sollten Hopkins fragen, vielleicht weiß er etwas."
In Shaws Kopf kam sofort der Gruppenleiter hervor und hielt Predigten. "Es ist schon ziemlich spät, im Grunde sollten wir nicht mehr über das Gelände laufen."
"Oh-ho, das von jemandem, der sich um Mitternacht mit anderen im Waschhaus trifft."
"Das Waschhaus ist nebenan, die Lehrer wohnen weiter weg."
"Dann bleib du hier und ich gehe zum Clairmont, um Hopkins zu fragen." Entschlossen knöpfte Des seinen gerade geöffneten Mantel wieder zu, bevor er ruhig, aber völlig unbeirrbar, auf die Ausgangstür zuging. Shaw sah ihm nur einen Augenblick hinterher, dann lief er los, bis er aufgeschlossen hatte. "Ich kann dich doch nicht im Dunkeln alleine übers Gelände laufen lassen", murmelte er Des zu, nur halbernst. "Schließlich bin ich dein Gruppenleiter."
Des schnaubte halb belustigt, halb verächtlich, aber kommentierte diesen Ausspruch nicht weiter. Draußen war es inzwischen erheblich abgekühlt, so dass Shaw seinen Mantel enger um sich zog, während sie die altbekannten Wege durch das Halbdunkel nahmen. Am Clairmont-Haus hob Shaw seine Hand, um bei ihrem Lehrer zu klingeln, doch Des gebot ihm Halt. Ohne ein Wort drückte er gegen die Eingangstür zum Wohntrakt der Lehrer und diese öffnete sich.
"Woher wusstest du das?", fragte Shaw verblüfft.
"Hat Thomas mir erzählt."
Im Grunde wollte Shaw nicht wissen, warum der Neue nachts an den Türen herumprobierte. Er nahm es mit einem Nicken zur Kenntnis.
Ohne allzu viele Geräusche zu machen, huschten die beiden bis zum Apartment 201. Licht drang unter der Tür hervor, also war Raymond Hopkins wohl Daheim. Shaw spürte, dass es ihm einerseits unangenehm war, den Lehrer in seiner Freizeit zu stören, andererseits er aber auch wissen wollte, wo Brian hin verschwunden war. Er klopfte also an, nicht zu aufdringlich, wie er hoffte.
Nach einiger Zeit wurde die Tür von Innen geöffnet. Der Lehrer bot einen ungewöhnlichen Anblick für die beiden Schüler. Seine Haare waren zerstrubbelt, er war barfuss und auf seinem Hals leuchtete rot ein Fleck, der sehr nach einem Knutschfleck aussah. Shaw fand, dass Hopkins den Eindruck machte, als wäre er frisch geküsst worden.
Desmond schien das nicht zu beeindrucken. "Entschuldigen Sie die späte Störung, Sir, aber wir vermissen Brian McTierney. Hat er Ihnen zufällig gesagt, weswegen er so schnell weg wollte?"
Das Fragezeichen auf Hopkins Gesicht wandelte sich in Sorge. "McTierney?"
"Ja. Er ist fort. Wir haben schon versucht, bei ihm zu Hause anzurufen, aber dort meldet sich niemand."
"Und er hat all seine Klamotten mitgenommen", fügte Shaw hinzu.
Nach einem kurzen Blick hinter sich, öffnete der Lehrer die Tür weiter. "Kommt erst einmal rein", forderte er die beiden Schüler auf. Shaw war noch niemals zuvor in einem der Lehrerapartments gewesen. Vom Flur ging eine kleine Küche ab, aus der auch das Licht strömte, welches sie Draußen erblickt hatten. Gegenüber war eine Tür, dahinter sicherlich das Bad. Am Ende traten sie ins Wohnzimmer. Dort auf dem Sofa saß Tyler Darcy und sah sie erwartungsvoll an. In Shaws Kopf spulten sich sofort viele Gerüchte und Mauscheleien über die beiden Lehrer ab. Über ihre Affäre und dass sie schon seit ihrer Harris-Zeit ein Paar waren. Anscheinend waren das nicht nur Gerüchte.
"Guten Abend, Sir", begrüßte Des den Archer-Lehrer höflich.
"Äh...ja, genau", war alles was Shaw heraus bekam.
Tyler Darcy sah zu seinem Kollegen und Partner mit einem verwunderten Blick. Dann lachte er kurz. "Ihr schon wieder? Gibt es wieder Ärger mit meinen Jungs?"
"Das wäre einfacher, Sir", platzte Shaw heraus und alle vier lachten.
"Zieht eure Mäntel aus und setzt euch, Gentlemen. Ich mache erst einmal einen Tee", forderte Raymond Hopkins sie auf.
Als Shaw und Desmond schließlich neben Tyler Darcy auf dem Sofa Platz nahmen, entstand eine kurze, unangenehme Stille. Schließlich beugte sich der Lehrer vor und grinste die beiden Jungs an. "Sicherlich denkt ihr nun, ob noch andere Gerüchte wahr sind, oder?" Erstaunt wandte sich Shaw zu Darcy, dessen Augen belustigt funkelten.
"Um ehrlich zu sein, Sir, muss ich das hier noch verdauen", gab er kleinlaut zu.
"Was Sie in Ihrem Privatleben machen, ändert nichts an dem, was ich von Ihnen halte oder denke. Zudem geht es mich nichts an." Des hob die Schultern, weit weniger sprachlos als Shaw.
Darcy lachte noch einmal. "Sagen Sie, Desmond, möchten Sie nicht ins Archer wechseln?"
Zum Glück kam Hopkins mit dem Tee, so dass eine scharfe Antwort von Desmond ausblieb. Der Maddox-Lehrer nahm auf dem Sessel auf der anderen Seite des Glaswohnzimmertisches Platz, schenkte den Tee aus, bevor er sich zurücklehnte. "Also, worum geht es genau?"
Schnell schilderte Shaw, wie Neal zu ihm gekommen war und es ihm da schon komisch vorgekommen war, dass Brian sein Interview abgab. Danach beschrieb er den leeren Schrank, bis Desmond übernahm und den Rest erzählte. "Und so dachten wir, dass Sie vielleicht etwas wüssten", schloss Desmond.
Raymond Hopkins dachte einen Augenblick nach. "Zuerst einmal bin ich dankbar, dass ihr zu mir gekommen seid. Ich weiß euer Vertrauen zu schätzen. Nun, gibt es irgendwelche Probleme in Mr. McTierneys Leben, die ihn zu diesem krassen Vorgehen gebracht haben können? Drogen vielleicht?"
"Auf keinen Fall", protestierte Shaw sofort.
Des nickte einmal dazu. "Das können wir ausschließen, Mr. Hopkins. Ich habe eher das Gefühl, dass diese überstürzte Abreise mit seiner Familie zusammenhängt. Immerhin ist sein Vater nur auf Kaution in Freiheit."
Überrascht wandte sich Shaw an seinen Freund. "Meinst du, mit seinem Vater ist etwas passiert?"
"Oder vielleicht ist was passiert, das mit der Scheidung zu tun hat, ja, das nehme ich an."
"Also ist Mr. McTierney auf dem Weg nach Ayr?", fasste Raymond Hopkins alle Vermutungen zusammen.
"Du hast recht, wohin sollte er sonst sein?", stimmte Shaw erleichtert zu, Immerhin wussten sie jetzt, dass Brian nicht verschollen war.
"Leider habe ich keinen Beweis dafür", gab Des zerknirscht zu.
"Ihre Schlussfolgerungen klingen für mich logisch", mischte sich das erste Mal Tyler Darcy ein. "Sicherlich sind es Familienprobleme."
"Aber..." Mit einem Seufzer rückte sich Shaw auf dem Sofa zurecht, "Was wird mit ihm geschehen, wenn er so einfach die Schule verlässt, ohne sich eine Erlaubnis zu holen?"
Raymond Hopkins betrachtete versonnen sein kleines Spiegelbild in seiner Teetasse. "Ich fürchte, man wird ihn vom Harris verweisen." Das bedrückte Schweigen kehrte zurück. Panisch suchte Shaws Kopf nach einem Ausweg.
"Das werde ich nicht zulassen", erklärte Des grimmig. "Brian wird hier auf dem Harris seinen Abschluss machen, verstehen Sie? Und wenn ich ihn persönlich an den Ohren wieder herzerre."

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