Zufalls-Zitat

"Ich bin deines Wunsches wegen hier." erklang die sanfte Stimme, die aus der Ewigkeit ins Leben kam.
Eine feine Hand berührte seine Wange, zog sein Herz aus seiner Brust, legte es offen.
Dort lag es nun, zitternd im Mondlicht, tanzend in seine Brust, frierend weil es so allein war.
Das Sternenwesen betrachtete es voller Mitleid.

[Greif dir einen fernen Stern - Nika]

BxB-Feed-Anzeige
BxB/GxG - Das Archiv fr homoerotische Geschichten & Bilder
  • Con molto sentimento _BY Tatheya [Ab 18]
    Statt in Bars und Clubs herumzuhngen sollte Claude lieber seine Freizeit nutzen um das Orchester des Genfer Konversatoriums auf die neue Konzerttournee vorzubereiten. Ganz zu schweigen von anhnglichen Exlovern und neuen Eroberungen. Doch wer wenn nicht sein alter Freund Federico knnte ihm ins Gewissen reden sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren? Claude hatte schon immer ein Problem damit sich fr eine Sache zu entscheiden, nicht nur bei Mnnern...
  • Angst vor der beschriebenen Seite _BY Yavia [Ab 16]
    Der Schriftsteller Chester Froud hat eine Schreibblockade. Die Idee seines Freundes lst dabei eine ungewollte Kette von Ereignissen aus.
  • Blinde Liebe _BY nicki [Ab 18]
    Len ist 19, sieht gut aus, hat Geld und hat einen liebevolle Familie :) Doch was ihm fehlt ist nicht nur sein Augenlicht, sondern auch ein Freund der ihn so liebt wie er ist ... vieleicht findet er in der neuen Stadt endlich seinen Traummann ???

Glitzernde Fische

Ich starre die weiße Wand vor mir an... Langweilig. Ich spüre ein zufriedenes Lächeln auf meinem Gesicht.
Herrlich, alles fühlt sich so einfach und flauschig an. Sogar das Alleinsein fühlt sich flauschig und wirklich einzigartig wunderbar an. Wie ich hierher kam, fragt Ihr Euch?
Es war so einfach und ich hatte soviel Spaß dabei.
Macht Euch keine Sorgen, wenn ich dauernd kichere, das tue ich nun mal.
Also hört zu was ich Euch zu sagen habe.Alles war neu, so ungewohnt - aufregend und beängstigend zugleich.
Neue Flure, neue Gerüche, neue Gesichter... So surreal.
Ich klammerte mich an meine Bücher in Ermangelung eines anderen Halts und warf neugierige Blicke auf die neue Umgebung, die anzeigte, dass nun ein völlig neuer Lebensabschnitt für mich begann.
Aber zwischen all dem Neuen blieb ich dennoch die alte. Ein schüchternes bebrilltes Etwas, zu dick, zu unauffällig - zu sehr ich selbst. Ich fühlte, wie ich mich in der Menge auflöste, als gäbe es mich nicht.
Ein kleiner Guppy zwischen lauter Goldfischen.
Und da waren sie, die Schönen, die es immer und überall gab. Die Beliebten, an denen alles perfekt war, die Geld hatten und mich total ankotzten. Ich konnte sie flüstern hören, hinter meinem Rücken.
Kichern.
Sich lustig machen.
Sie planten bestimmt etwas. Sie planen immer etwas, nur um mich zu erniedrigen.
Als ob das überhaupt noch möglich ist - mich erniedrigen.
Dennoch sehnte ich mich danach eine von ihnen zu sein. Schön, beliebt und reich... So wollte ich sein.
Ich wollte so gern, so sehr...so aus tiefstem Herzen. Keine Verliererin mehr, Schluss mit den Verliererfreunden.
Ich wollte ein Leben in Luxus, umschwärmt von Jungen und Mädchen führen, die Trends bestimmen und auf Loser wie mich herabsahen. Das wollte ich.
Wunschverloren krampften sich meine Finger um die Bücher.
Aber so würde ich nie sein. Allein schon, dass ich am allerersten Studientag schon Bücher mit mir herumschleppte... wie peinlich.
Wie sehr ich selbst.
Ich wollte sie von mir schleudern, zerfetzen und nie wieder berühren, aber ich brachte es nicht fertig. Was für ein erbärmliches Ding ich war. So schwach und langweilig.
Kein Wunder, dass niemand etwas mit mir zu tun haben wollte.
Die Schönen, sie treten fast immer in Grüppchen auf. In diesem Fall waren es fünf.
Und sie hatten sich auch für Englisch eingeschrieben, wie ich mit Entsetzen feststellte.
Sie kamen auf mich zu...
Ich wich zurück und sah sie wie ein Kalb mit aufgerissenen Augen und verschrecktem Blick an.
"Hi...du machst auch Englisch?" begann ihre Anführerin, eine Blondine mit einer Figur, die jeden scharf machen musste und von der sie nicht viel verbarg in ihrem hautengen Top und den enganliegenden Hosen.
"Ja...ja..." stotterte ich, verschreckt.
"Ich heiße Daniela. Das sind Martina, Wiebke, Kassie und Caroline." Sie lächelte mich bezaubernd an und zeigte ihre perfekten Zähne hinter den perfekten Lippen.
"Ha...allo. Schön e..euch kennenzulernen..." holperte meine Stimme für mich. Meine Güte, war ich klein und erbärmlich. Ich haßte mich selbst.
"Und wie heißt du?" kam die sanfte Stimme, leicht rauh, voller Sex-Appeal.
"Ich...äh....Allison."
"Allison, willst du nicht vielleicht auf unsere Party heute abend kommen?" mischte sich Kassie ein, kleiner mit hochgesteckten dunklen Locken. Ihre Augen leuchteten in einem hellen Braun...faszinierend.
"Wir geben eine Party für alle eingeladenen Erstsemester in Englisch bei Wiebke zu Hause." lächelt mir Caroline zu...ebenfalls schön, trotz ihrer eher uninteressanten Haarfarbe.
"Hier hast Du eine Einladung, meine Adresse steht drauf." schloß Wiebke, anscheinend die Ruhigste der Gruppe. Auf jeden Fall strahlte sie ziemliche Autorität und Selbstsicherheit aus.
Ich hatte plötzlich eine riesige Karte aus edelestem Papier in der Hand.
"Bitte komm." flehte Daniela mit ihrer tollen Stimme.
"Ich weiß nicht..." gab ich zu bedenken.
"Ach, du wirst viele tolle Leute kennenlernen können." hörte ich Daniela weiterbetteln.
Alle fünf rückten näher zu mir, wie auf Kommando. Ich fühlte mich geradezu erdrückt und bekam es mit der Angst zu tun.
"Na schön, ich komme," keuchte ich und floh, vergessend, dass es nun zur eigentlichen Vorlesung ging. Was hatte ich mir da eingebrockt? Wie konnte ich nur zustimmen? Ich wußte doch, dass es nur in Tränen enden konnte...
Nie war es anders gewesen.
Zu hause, was ich damals so zu Hause nannte, eine kleine Studentenbude, dunkel und deprimierend. Ich betrachtete ich meine traurige Gaderobe.
Nichts von alldem war als Partyoutfit geeignet. Also nahm ich das schickste was ich finden konnte und zog es an.
Mit Bus und Bahn kam ich bei dem eleganten Haus an. Jemand ließ mich ein und sorgte für meine Jacke. Ein echter Butler anscheinend. Heißer Neid schoß durch meine Gedanken.
Schließlich erspähte ich das schöne Quintett.
Ich lächelte schüchtern und winkte ihnen leicht zu, bereit, in der Menschenmenge unterzutauchen und nie wieder in Erscheinung zu treten.
"Allison." hörte ich Kassie rufen und widerwillig bewegte ich mich auf die Fünf zu.
"Da bist du ja endlich." lächelte mich Caroline an. "Wir haben auf dich gewartet."
"Ehrlich?" hauchte ich. Überrascht, denn das war zu gut um wahr zu sein.
Irgendetwas stimmte hier nicht.
Ich dachte an Fische, wie immer, wenn mich etwas beunruhigte. Ruhige Fische - glitzernd, wenn sie eilig davonschwammen. Die Farben ihrer Schuppen so changierend unter den kalten Licht des Aquariums.
"Komm, wir gehen irgendwo hin wo's ruhiger ist, als hier." schlug Daniela vor...und ich blöde Kuh folgte ihnen.
Wir betraten gemeinsam einen weitläufigen luxuriösen Raum.
Daniela warf sich sofort auf das Bett, das dort wirklich auffällig herumstand.
Wie eine unschuldige Einladungskarte zum Sex.
Ohne Vorwarnung fühlte ich Kassies Arm um meine Schultern. Sie flüsterte in mein Ohr: "Hier ist es doch viel gemütlicher, oder?"
Aber ich konnte meinen Blick nicht von Daniela abwenden, die sich verführerisch auf dem Bett fläzte. Lange, glänzende honigfarbene Haare fielen perfekt auf die Tagesdecke, und ihre hellen blauen Augen waren nur durch die halbgeschlossenen Lider zu sehen. Sie war wirklich ziemlich schön. Sehr schön, sogar.
Ich ließ mich von Kassie mit ziehen, wobei ich versuchte das verlockende Bild auf dem Bett nicht aus den Augen zu verlieren.
Rein vom ästhetischen Standpunkt aus war es die wirkliche Perfektion. So rein und begehrenswert zugleich.
Kassie lachte sanft an meinem Ohr. "Komm, ich finde, wenn du schon zu uns gehören sollst., solltest du auch zu uns passen."
"Zu euch gehören?" entfuhr es mir beinahe erschrocken.
Martina wirft ihre rotgetönten Haare nach hinten und lächelt.
"Sicher. Weißt du, zu fünft ist scheiße. Da fehlt uns immer eine... Du bist uns gleich aufgefallen und deshalb möchten wir dich bei uns haben."
"Aber..." wandte ich ein, ohne ein "Aber" in petto zu haben.
Caroline warf sich neben Daniela auf das Bett und schmunzelte.
"Sei nicht so schüchtern, Alli. Wir haben gleich gesehen, dass du nicht bist, wie die anderen. Du hast Potential, verstehst du?"
Daniela strahlte über das ganze Gesicht. "Genau, so ist es. Du hast Potential." Dann glitt sie in einer einzigen eleganten Bewegung vom Bett direkt auf ihre Beine.
Dann kam sie mit einem verführerischen hüftbetonten Gang auf mcih zu und legte eine Hand an meine Wange. "Mach dir keine Sorgen, Alli. Wir werden jetzt für dich sorgen."
Ich fühlte, wie die Hand auf meiner Wange geradezu brannte.
'Schleierfische', dachte ich, '...schwarze Mollies...so elegant und so geheimnisvoll.'
Daniela lachte sanft und ich spürte, wie Kassie ihre Hände um meine Hüften schlang und begann meine Hose zu öffnen.
"Moment mal...!" rief ich, eher zaghaft, dabei ergriff ich ihre Hände mit meinen.
"Was hast du denn, Alli?" fragte Wiebke ernsthaft besorgt hinter mir.
"Was wollt ihr nun von mir?" flüsterte ich verstört.
Haie, gefährliche Haie, erst so trügerisch ruhig...
Kassi kicherte amüsiert. "Keine Angst, ich wollte dir nur helfen, diese Klamotten loszuwerden. Wir wollen, dass du dich bei uns total wohl fühlst. Dann soll aber auch keiner über deine Klamotten lachen können, verstehst du?"
Daniela strich durch meine Haare. "Wir sind stark, deshalb wirst auch du stark werden." erklärte sie sanft und lächelte mich ermunternd an. Ich verzog mein Gesicht zu etwas, was ein Lächeln hätte werden können, mit einiger Vorstellungskraft.
Ich nickte schließlich, ein wenig unentschlossen. Alle fünf klatschten und in null Komma nichts war ich nackt. Ihre Hände glitten en meiner Haut entlang, so sanft...
Unterwäsche, in einem leichten Creme aus Spitze und Seide brachte mir Martina, und ich zog sie an. Dann einen kurzen aber eleganten Rock.
Ich und ein Rock?
Während ich noch abwehren wollte, spürte ich wie mein Haar gelöst wurde. Instinktiv griff ich nach den langen braunen Strähnen, die auf meine Schultern fielen.
"Keine Angst, Alli, es wird dir gefallen, wenn ich es erst fertig habe," erklärte Caroline.
Und dann ergriff eine von ihnen meine Hand und zog mich in ein schneeweißes, gewaltiges Badezimmer, setzte mich hin.
Ich war überwältigt von der Schönheit von allem, ihren sanften, gar nicht höhnischen Stimme und Berührungen.
So fühlte sich Wasser auf der Haut an...unendlich sanft und doch allgegenwärtig.
Ganz so als ob man schwämme...Leichte Strömr umfingen meinen Körper...
Da waren sie wieder, die Fische. So schön, so kühl....immer schweigend und doch immer da.
Oh ich liebte diese Fische.
Als ich wieder zurück war aus meinem Aquarium sah ich im Spiegel einen Goldfisch statt eines Guppys. Ich konnte kaum glauben, dass ich es war.
"Wußte ich doch, dass es dir gefallen würde." lachte Caroline, als ich bewundernd meine Haare anfaßte, die wunderbar lagen.
Das Make-up von Kassie war unauffällig aber gab mir einen leicht exotischen Look.
Die Kleidung war stilvoll und ich sah fast zehn Kilo dünner aus, als ich gedacht hatte.
Schließlich zog mich Daniela auf die Beine.
"Na, was meinst du?"
"Ich bin überwältigt..." hauchte ich. Die anderen fünf lachten.
"Komm, dann können wir uns jetzt amüsieren gehen." schlug Martina vor.
"Genau, wir machen die Typen an und lassen sie dann abblitzen.." freute sich Kassie und kicherte. Das schien ein beliebtes Spiel zu sein.
Auf der Party erkannte mich keiner wieder, aber es hatte mich vorher eh keiner bemerkt.
Ich verstand das Spiel der fünf. Sie ließen die Kerle bis auf ein paar Millimeter an sich heran, aber wenn einer zudringlich werden wollte, begannen sie sich gegenseitig tiefe und lange Zungenküsse zu geben. Großer Gott, waren die fünf etwa lesbisch?
Aber hinterher kicherten sie immer so, als ob das alles ein Riesen Spaß sei.
Was es vermutlich war.
Daniel kam zu mir und flüsterte in mein Ohr: "Das sind alles großkotzige Idioten. Wir linken sie nur, weil sie sonst Mädchen immer linken. Versprechen ihnen das Blaue vom Himmel und dann, wenn sie Sex hatten, lassen sie die armen die armen als Huren dastehen. Das kann ich nicht leiden."
"Ach so.." murmelte ich leise und verzagt.
"Es ist nicht schlimm, nur ein wenig Spaß. Willst du es mal probieren?"
"Ich...ich weiß nicht."
Ist ganz leicht. Komm, wir beide machen es zusammen."
Sie zwinkerte mir zu und ich schluckte. Dann setzte sie sich neben zwei Jungs, die schon ein paar Bier intus hatten. "So ganz allein, ihr beiden?"
Der eine starrte Daniela an, als sei die Reinkarnation der Mutter Gottes. Oder wie ein Hai einen saftigen Happen anstarrt. Gier sah ich.
"Ja, ganz allein..."murmelte er, schon etwas verwaschen.
Ich sah, wie seine Augen an Danielas Lippen klebten. Der andere sah, dass nur ich übrig blieb und rückte näher zu mir. "Was führt dich hierher?"
"Eine Einladung?" konterte ich kokett mit einem Selbstbewusstsein, von dem ich noch nie etwas geahnt hatte.
"Ich habe dich heute bei den Vorlesungen gar nicht bemerkt..." lallte er und ich lächelte ihn strahlend an.
"Das macht doch nichts..."
Er fingerte an seiner Bierflasche herum.
Dann fiel ihm nichts mehr zu sagen ein und er starrte auf den Boden.
"Wollen wir irgendwo hingehen, wo wir uns besser unterhalten können?" hörte ich ihn fragen und wusste plötzlich nicht, was nun von mir erwartet wurde.
"Sicher...", murmelte ich leise und war versucht, wieder auf meine Schuhe zu starren...
Die Fische...sie waren alle hinter den Algen verschwunden.
"Hey, was machst du denn da mit meiner Freundin?"
hörte ich eine sanfte weiche Stimme, die einen gewaltigen Sex-Appeal hatte. Dann spürte ich eine Hand unter meinem Kinn und spürte Lippen auf meinen. Fordernd und süß... Eine Zunge drang in meinen Mund und begann mit meiner zu spielen. Aneinander zu reiben. Ich öffnete meinen Mund weiter, um dieser gekonnten Verführung besseren Zugang zu gewähren. Und ich schmolz dahin.
Als die Zunge sich zurückzog und ich wieder mir selber gehörte, sah ich, dass die beiden Jungs uns mit sperrangelweiten Mündern anstarrten.
"Versteht ihr?" erkundigte ich Daniela zuckersüß. Die beiden zogen grummelnd ab und ich starrte Daniela an.
"Hat's dir gefallen, Alli?" fragte Daniela lachend... Statt einer Antwort, sah ich wieder de Fische, so perfekt, so sanft und elegant.
"Ja..." hauchte ich dann. Daniela lächelte.
"Würdest du gern noch einmal?" hörte ich ihre sanfte verführerische Stimme. Ich nickte atemlos. Ihr Mund bedeckte meinen, ihr Körper war nah an meinem. Ihre kleinen Geräusche waren wie eine Droge. Alles war so perfekt, so schön.
Die Fische, da waren sie, sahen mich aus ihrem ruhigen Augen an. Schöne Fische, die ich noch nie gesehen hatte...dunkel und ein wenig keilförmig. Sie waren so schön und trotz ihrer dunklen Farbe glitzerten sie wo wunderschön, dass ich weinen musste.
Und plötzlich war da etwas dunkles, ein Schatten, der auf mich fiel und mich verzehrte.
Er kam von Außen und verschlang mich, ließ mich zitternd und hilflos zurück. Das war der Orgasmus. Und die Fische glitzerten verführerisch im kalten Schein des Lichts.
In der Uni war ich nun ein Teil der Schönen. Den Tag über sonnte ich mich in der neu gefundenen Realität des Schön- und Begehrtseins. Es war so herrlich. Die bewundernden und neidischen blicke, die mir zugeworfen wurden. Ich war ein Teil der Schönen und fühlte mich so perfekt, wie ein Fisch im Wasser.
Doch Daniela war nicht da. Die anderen hatten sie auch nicht mehr gesehen, seit der Party am Abend zuvor.
"Vielleicht hat sie ja zuviel getrunken?" vermutete Caro, " Das passiert ja ab und zu mal."
"Vielleicht macht sie sich ja auch ein paar schöne Tage mit diesem hübschen Typen, den sie angemacht hat...?" vermutete Kassie und zwinkertre den anderen zu, die alle ein schlmisches Grinsen auf ihren Gesichtern hatten.
"Sie wollte doch eh ein wenig Ruhe. Vielleicht ist sie auch für ein paar Tage abgehauen?" meinte Wiebke schließlich.
Alle vier schienen sich aber keine Sorgen um sie zu machen. So etwas war wohl eher die Regel, denn die Ausnahme. Wiebke legte mir eine Hand auf die Schulter und sah mich aufmunternd an."Mach dir keine Sorgen. Daniela kann auf sich aufpassen. Das kann sie schon, seit sie klein war."
Ich nickte. Daniela...
Wo war sie bloß?
Ich dachte an kleine Fische, kaum zu sehen und schnell wieder fort. Ein kurzes Aufblitzen und dann...fort, unsichtbar. Die anderen vier schienen die Abwesenheit von Daniela nicht sehr schwer zu nehmen und wandten sich ihren Flirts und anderen "wichtigen" Dingen.
Während der Mittagspause zog ich mich auf die Toilette in der Bibliothek zurück und wurde prompt von Caro überrascht. Die Toilette in der Bibliothek war nur mit zwei Klos ausgestattet. Ein guter Ort, um allein zu sein und zu brüten. Kaum einer benutzte sie. Daher war ich um so überraschter, als Caro hereinkam. "Hallo Alli..." sagte sie mit einem Lachen, "Gehst du auch lieber hierher?"
Ich nickte stumm.
Caros braune Augen leuchteten mich geheimnisvoll an. Ich trat ein wenig vom Waschbecken zur Seite, wo ich mir gerade die Hände gewaschen hatte, um sie zu den Toiletten zu lassen. Ich spürte, wie sich ihr Körper an mir vorbei drängte. Und verharrte.
Ihre Hände schlossen sich von hinten um meine Brüste, fest, entschlossen, warm.
"Hm, du bist niedlich..." murmelte sie in mein Ohr.
Der Druck ihrer Hände ließ nach. Langsam begann sie synchron meine Brustwarzen zu umkreisen, und ich merkte, wie sie sich aufstellten. Mit einem Ruck drehte sie mich um und drückte mich gegen die Wand neben dem Handtuchspender.
Dann küsste sie mich, lang, tief und rücksichtslos. Ihre Hand wanderte erfahren und unbeirrt unter mein Shirt und unter den BH. Die andere wanderte tiefer und schlüpfte fast frech in meinen Schlüpfer.
Ich stöhnte ihn ihren Mund, als sich zielstrebig die Finger zu meiner Klitoris vorarbeiteten. Dort begann sie leichten, aber bestimmten Druck aus zu üben.
Schließlich küsste sie mich atemlos, so dass ich nicht einmal mehr stöhnen konnte. Ein schlanker Finger drang in mich. Ich will eigentlich nicht, nein.
Laß mich gehen.
Laß mich.
So schöne Fische, so kalt, so kalt.
Ist es mein Schrei, der sie verjagt? Der von den Klowänden auf mich zurückschallt?
Dummer Körper, betrüge mich nicht. Wo waren sie hin? Nur leeres trübes Wasser?
"Das war klasse, oder?" flüsterte sie später, tief und rauh. Ich fiel auf die Knie, viel zu geschwächt um stehen zu können. Dann ließ sie mich allein.
Ich saß da, schwer atmend, Shirt hochgeschoben. Da begann ich zu lachen, aus tiefstem, bitterem Herzen. Und ich konnte nicht aufhören.
Später, als ich mich ein wenig erholt hatte, suchte ich nach meinen Freundinnen.
Ich wollte Caro sehen - ich wollte Caro nicht sehen.
Ich konnte mich nicht entscheiden.
Ich konnte sie aber nicht finden und bekam das Gefühl, nur ausgenutzt zu werden.
Ihnen ein Spielzeug für alle Gelegenheiten zu sein. Ein kleiner Fisch zum Spaß haben.
Ich seufzte, denn anders war ich es ja nicht gewöhnt. Ausnutzen, fallenlassen. Was denn sonst. Dieser Kreislauf würde sich niemals ändern.
Niemals...
Aber weinen konnte ich deswegen nicht. Nein. Ich lachte, so frei wie selten.
Alle sahen sich nach mir um, wie ich lachend auf dem Flur stand. So lustig, so grenzenlos lustig. Was für ein Witz ich war.
"Hey, was ist denn mit dir los?" fragte Wiebke und ich hielt inne. Ich sah sie erstaunt an.
"Wo sind denn die anderen?" erkundigte ich mich. Wiebke hob unwissend die Schultern. "Schwänzen wahrscheinlich um zu shoppen." seufzte sie und ich zog die Augenbrauen zusammen.
"Caro auch?"
"Ich weiß nicht...guck mal Alli, du hast Kakaoflecken auf deinem Pullover..." stellte Wiebke fest und zeigte auf meinen hellen Pullover.
Kleine bräunliche Flecken zierten ihn.
"Oh, verdammt." fluchte ich leise. "Das krieg' ich doch nie wieder raus."
Wiebke schmunzelte.
"Wollen wir auch ein bißchen in der Stadt bummeln?" erkundigte sich Wiebke, die keinen weiteren Gedanken an meinen teuren Pullover verschwendete.
Ich nickte und wir verließen die Uni und Wiebke zeigte mir ihren Wagen, in dem wir dann ich Richtung Stadt fuhren.
Es begann zu regnen und durch die verregnete Scheibe schien die ganze Weilt ein Aquarium zu sein. Alles so tief unter Wasser. So schön, ruhig, als wäre die alte Welt verschwunden und durch eine neue ersetzt worden.
Wiebke schwieg und dafür war ich dankbar.
Nachdem wir den Wagen in einem Parkhaus abgestellt hatten, suchten wir einen Ausgang und fanden nur ein Treppenhaus. Ich ging hinter Wiebke die Treppen hinunter, als sie plötzlich anhielt.
Dann drehte sie sich um und lächelte mich an. "Ich bin wirklich froh, dass wir beide allein sind, ohne die anderen."
Ich kicherte. "Meinst du?"
Sie nickte zuversichtlich und ich wollte weiter gehen.
"Warte mal." hörte ich sie sagen. "Stehst du nur auf Daniela?" fragte sie völlig unverblümt.
Ich schluckte. Eigentlich hatte ich Daniela schon völlig vergessen.
Unsicher schüttelte ich den Kopf.
Das war doch schon ewig her, oder?
Erleichtert lachte Wiebke und nahm mich in den Arm.
"So ein Glück." murmelte sie und küßte mich leicht.
Ich kicherte auch und dann ließ ich einen tieferen Kuß zu, Caro schon lange vergessen, Daniela nie gewesen. Wir standen also da, mitten auf einer öffentlichen Treppe und küssten uns, als ob es eine olympische Disziplin wäre. Schön, die Wasser um mich, so sanft lullten mich die Küsse ein.
Nach ein paar mehr als süchtig machenden Küssen, nahm sie meine Hand und erklärte, dass wir ein etwas in einem besonderen Café trinken gehen sollten.
Ich willigte irgendwie betäubt ein.
Das Café war sehr gemütlich und erstreckte sich über zwei Ebenen.
Wiebke führte mich zu einem Tisch und bestellte für uns Zimtkaffee und warmen Apfelkuchen.
Ich sah mich um. Alles wirkte wie ein Wiener Kaffeehaus, warm und voller Leben, als ob alles von einem warmen Goldton durchdrungen war. Schließlich merkte ich, dass ich bekannte Stimmen hörte. Martina, Kassie und Caro waren auch hier!
Oh je...
Ich wollte nicht, dass Wiebke zu ihnen ging, also beschloß ich mal zu sehen, wo sie waren. Sie saßen oben und Caro weinte, während die anderen versuchte, sie zu trösten.
Ich hatte nur einen verächtlichen Blick für sie übrig. Was weinte sie eigentlich?
Die einzige, die hier weinen durfte, war ich!
So ein glitschiger, schleimiger Fisch. Wie häßlich, oh so häßlich...verfaulend, sterbend...
Oh ich verachtete sie, sie hatte mich benutzt, so ekelig benutzt.
Ich ging zu Wiebke und sagte: "Laß uns lieber gehen. Mir ist nicht nach Kaffee." In meinen Augen standen Tränen. Wiebke bestellte den Kuchen ab und eilte mit mir nach draußen.
"Was ist denn, Alli?"
"Vielleicht bekomme ich meine Tage...", murmelte ich als Entschuldigung...
Ich konnte es hören...Wasser.... Vor meinen Augen sah ich keilförmige Schatten mit eleganten Flossen über das rötliche Pflaster huschen.
Während ich neben Wiebke herlief, wiesen mich die Schatten der Fische auf etwas hin.
Aus den Augenwinkeln erkannte ich, wie Caro mit den anderen ebenfalls auf das Parkhaus zusteuerte. Ich hielt inne. Wiebke schien irritiert.
"Was ist denn bloß mit dir, Alli?"
Über uns prasselte der Regen auf die Überdachung der Einkaufspassage.
"Geh bitte schon mal vor...ich habe noch etwas zu erledigen."
Wiebke sah mich skeptisch an.
"Es wird eine Überraschung." grinste ich fröhlich. Das ließ sie lächeln und ich stürmte davon - verschwand in der Menge, getarnt wie ein Plattfisch am Meeresboden.
Nun war ich hinter ihnen. Hörte sie reden und tröstende Worte an Caro verschwenden.
Caro...dachte ich und wollte, dass sich von den anderen beiden entfernte, so sehr, dass es beinahe schmerzte. Sie betraten das Parkhaus. Ich schlüpfte hinein hinter ihnen, völlig geräuschlos.
Plötzlich hörte ich von Kassie "Guckt mal, da ist Wiebke!"
Aber Wiebke verschwand im Fahrstuhl ohne die Worte zu hören. Ich atmete auf.
Das Wasser wurde trüber, damit alles undeutlicher.
Caroline schien unruhig.
"Laßt uns gehen!" befahl sie trocken. Oh ja, diesen Ton kannte ich nur zu gut. Die anderen Beiden nickten stumm und sie bezahlten die Parkhausgebühren. Ich war mir nicht sicher, was ich tun sollte.
Große dunkle Schatten von Flossen und geschmeidigen Körpern huschten an ihnen vorbei, in ihre Richtung. Sie überliefen ihre unwissenden Körper und Gesichter...als ob sie sie nicht sehen konnten oder wollten.
Sollte ich also ihnen folgen?
Die Fische waren da, so verführerisch...ich nahm das Blinken ihrer kühlen Körper aus den Augenwinkeln wahr. So funkelnd und ehrlich. So war es also?
Ich fühlte mich plötzlich entsetzlich, das Gefühl Kotzen zu müssen wurde beinahe übermächtig... Ich stürmte zum nächsten Klo, mir war egal, ob sie mich nun sahen, oder nicht. Ich mußte mich übergeben. Aber als ich über der Kloschüssel hing, kam nichts... Und das Gefühl ließ nach.
Doch ich hatte das Empfinden, beobachtet zu werden. Als ich mich umsah, konnte ich Kassie und Martina hinter mir stehen sehen. Ihre Gesichter waren hart und ihre Mienen undurchdringlich. Martina griff mich zuerst an, ergriff meine Oberarme und klatschte mich gegen die Innenwand der kleinen Toilettenbox. Dann spürte ich, dass Kassie am meinen Klamotten zerrte, während Martina mich kalt und grausam anlächelte.
"Na, wie gefällt dir das?" hörte ich ihre kalte Stimme. Und Kassie lachte irgendwo hämisch.
"Was bildest du dir ein, kleines Flittchen? Denkst du, du wärst stark? Du wärst was Tolles? Ohne uns bist du eh gar nichts!" Das war Martinas Stimme, so voller Gefahr, dass ich schauderte.
Hinter ihr konnte ich erkennen, wie die weiße Wand langsam durchsichtig wurde verwässerte. Die waren wie leichenfleddernde Muränen, effektiv, schnell und ohne Gnade. Ich merkte, wie sich ein Schrei aus meiner Kehle löste, aber er erreichte meine eigenen Ohren nicht.
Ich raffte meine Sachen zusammen, der Körper voller blauer Flecken und Kratzer und stolperte aus der Toilette.
Oh, ihr kleinen miesen Fische!
Nie wieder, nie wieder!
Ich wollte zu Wiebke, die gute geduldige Wiebke, die an ihrem Auto auf mich warten würde. Ich wankte ich den Fahrstuhl, die anderen Leute schenkten mir besorgte, seltsame Blicke. Dann hinaus, dorthin wo Wiebkes Auto stand. Draußen prasselte der Regen noch immer.
"Wiebke...!" hörte ich plötzlich Caros Stimme rufen.
Caro?!
Ich verbarg mich hinter einem der parkenden Autos und sah, wie Wiebke sich fragend zu Caro umsah.
"Caro? Was machst du denn hier?" rief Wiebke ernsthaft erstaunt.
Caro weinte - schon wieder.
In Wiebkes Auto klingelte das Handy, ich hörte es bis hier, als ob meine Sinne übernatürlich wären. Langsam bewegten sich große keilförmige Schatten auf den Wänden des Parkhauses, langsam, wie Haie, die auf eine zappelnde Beute lauerten.
Wiebke ging auf sie zu. "Was ist denn los?"
"Allison..." schniefte Caro.
"Moment, ich geh mal eben ans Handy", verschob Wiebke das Gespräch.
Sie tauchte ihn den Wagen, und nahm ab.
"Hallo?"
Wie von schnellen Strömungen getragen, stand ich hinter Caro, die sich umsah und erstarrte. Ihr Gesicht war völlig ausdruckslos und oh so häßlich, als sie unnütze Wortfetzen stammelte.
Wiebke rief entsetzt: "Daniela ist tot!"
Dann krisch Caro kurz auf und Wiebke drehte sich um. Hinter ihnen erhoben sich dunkle Schatten. Sie hatten Blut gewittert....nun wußten sie wohin.
"Du warst es nicht wahr?" flüsterte Caro. Tränen fielen pathetisch auf ihre Wangen.
"Du hast mich vergewaltigt!", flüsterte sie voller Abscheu und Qual.
Ich lächelte.
"Was meinst du?", erkundigte ich mich süß.
Wiebke starrte mich an, große Augen und Entsetzen über ihr Gesicht geschrieben.
Vielleicht erkannte sie, dass auf meinem Pullover nun noch mehr Kakaoflecken waren...die niemals Kakaoflecken gewesen waren. Der Schatten hinter ihnen nahm Konturen an. Ich wußte, die Fische waren nahe bei mir. Gaben mir Sicherheit.
Der Hai riß sein Maul auf. So riesig. Einfach und perfekt.
Wie ein Schwarzes Loch; alles verschlingend. In einer blitzschnellen Bewegung war er über ihnen und mit einem Biss zerteilte er beide...
Ich wartete ruhig, nachdem alles geschehen war und ihre Schreie verklungen waren.
Die Fische waren um mich. Ihr Funkeln und Glitzern war so beruhigend, so friedlich.
Ich lachte unbeschwert.
Sie haben mich dann hierher gebracht. Es ist ruhig hier und es sind Gitter vor den Fenstern. Meine Eltern besuchen mich nicht.
Egal.
Ich habe meine Fische, dort hinter der Tapete. Sie sagen es gibt sie nicht, aber die Tapete täuscht mich nicht. Sie sind dort.
Kleine, große längliche, knubbelige... Doch bleiben sie stets kühl und fern. Sie scheinen so weise, huschen zwischen den Algen hindurch, so geschickt. Ihre Schuppen glänzen so verlockend, so zart, doch kann sie niemand aufhalten. Ich liebe sie, meine Fische.


Und ich weiß – sie lieben mich.

Kommentare
Neuer Kommentar Suche
Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:
UBBCode:
[b] [i] [u] [url] [quote] [code] [img] 
 
:angry::0:confused::cheer:
B):evil::silly::dry:
:lol::kiss::D:pinch:
:(:shock::X:side:
:):P:unsure::woohoo:
:huh::whistle:;):s
:!::?::idea::arrow:
Please input the anti-spam code that you can read in the image.

!joomlacomment 4.0 Copyright (C) 2009 Compojoom.com . All rights reserved."